Scharfer Angriff auf Konkurrent Oddset
Betandwin erteilt Bundesliga Absage

Der Sportwettenanbieter Betandwin hat kein Interesse mehr an den Namensrechte der Fußball-Bundesliga. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass wir mitbieten", sagte Manfred Bodner, einer der beiden Vorstandschef des Wiener Unternehmens, dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Betandwin galt als einer der heißesten Kandidaten als Namenssponsor der Liga. Die Deutsche Telekom, ebenfalls lange hoch gehandelt, hatte nach dem Zuschlag für die Internetrechte der Fußball-Bundesliga ebenfalls ein Engagement als Namenssponsor ausgeschlossen. Neben diesen beiden Unternehmen wurde zuletzt die Citibank, die zum US-Konzern Citigroup gehört, als ernsthafter Interessent genannt.

Betandwin will sich derweil lieber darauf konzentrieren, mit den Auslandsvermarktungsrechten der Bundesliga, die das Unternehmen kürzlich erwarb, die Märkte in China und Lateinamerika öffnen. Man werde Pakete bestehend aus den Fernsehbildern und Marketing für Betandwin verkaufen, erklärte Bodner: „Wir prüfen derzeit verschiedene Expansionsmöglichkeiten, sowohl in Lateinamerika als auch in Asien, wobei China einer der gleichermaßen interessantesten wie schwierigsten Märkte darstellt.“

Die österreichische Betandwin ist in Deutschland der zweitgrößte Sportwettenanbieter hinter Oddset, einer Tochter der staatlichen Lotteriegesellschaften. Bodner greift diesen Gegner scharf an: „Die staatlichen Lotteriegesellschaften reden viel über moralische Verantwortung. Faktisch machen sie mittelmäßige Werbung für drittklassige Produkte."

Derzeit befindet sich der deutsche Sportwettenmarkt in der Schwebe. Das Bundesverfassungsgericht wird mit einem Grundsatzurteil möglicherweise den Markt für neue Anbieter öffnen. Doch der Richterspruch verschiebt sich weiter. Auf Anfrage des Handelsblatts erklärte eine Gerichtssprecherin, sie rechne nicht vor April mit dem Urteil.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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