Schiedsrichteransetzung
Fröjdfeldt pfeift DFB-Team - Fandel wartet

Der schwedische Schiedsrichter Peter Fröjdfeldt wird das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Portugal leiten. Dagegen wartet Herbert Fandel noch auf eine Nominierung.

Während die Europäische Fußball-Union (Uefa) am Mittwoch den schwedischen Schiedsrichter Peter Fröjdfeldt für das EM-Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag in Basel gegen Portugal (20.45 Uhr/live in der ARD) nominierte, kann der deutsche Unparteiische Herbert Fandel aus Kyllburg weiterhin nur auf seinen Einsatz in der K.o.-Runde hoffen. Grund zur Freude hatte dagegen Roberto Rosetti (Italien), der das zweite Viertelfinale zwischen Kroatien und der Türkei am Freitag in Wien (20.45 Uhr/live in der ARD) leiten darf. Rosetti war schon beim Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Tschechien (0:1) zum Einsatz gekommen.

Die noch nicht erfolgte Nominierung Fandels ist allerdings keine allzu große Überraschung. Eine Ansetzung des Konzertpianisten für ein Spiel eines potenziellen deutschen Gegners galt schon im Vorfeld als äußerst unwahrscheinlich. Ob Fandel im Viertelfinale noch zum Einsatz kommt, will die Uefa am Donnerstag bekanntgeben. Die Schiedsrichter-Kommission hat noch nicht endgültig darüber entschieden, welche Unparteiischen weiter zum Einsatz kommen werden und welche Referees das Turnier nach der Vorrunde verlassen müssen.

Markus Merk: Fandel-Team gehört "zum absolut engen Kreis für K.o.-Spiele"

Der deutsche Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel und der dreimalige Welt-Referee Markus Merk (Otterbach) hatten sich zuletzt für einen Verbleib von Fandel bei der EM stark gemacht. "Er hat in seinen bisherigen zwei Spielen sehr gut gepfiffen", meinte Strigel. "Von den zwölf Schiedsrichtern zählen drei, vier natürlich zum absolut engen Kreis für die K.o.-Spiele. Dazu gehört auf jeden Fall unser deutsches Team", sagte der vor einem Monat zurückgetretene Merk.

Allerdings könnte es an Merk liegen, dass Fandel nicht mit der Leitung des Finals betraut wird. Schließlich pfiff der Pfälzer das EM-Endspiel 2004 zwischen Griechenland und Portugal (1:0). Die erneute Final-Nominierung eines Deutschen durch die Uefa gilt als unwahrscheinlich. Fandel selbst geht aber davon aus, dass der Endspiel-Schiedsrichter "ausschließlich aufgrund der gezeigten Leistung" berufen wird.

Wenn es nach der Leistung geht, dann hat das deutsche Team laut Merk einen guten Schiedsrichter erwischt. Der 46-Jährige ist nämlich von den Vorstellungen des Norwegers Tom Henning Övrebö und Fröjdfeldts besonders angetan: "Die beiden Skandinavier Övrebö und Fröjdfeldt haben eine Ansprache an die Spieler, die mir sehr gefällt."

Das Team um Fröjdfeldt, der bisher die Partien Niederlande gegen Italien (3:0) und Türkei gegen Tschechien (3:2) leitete, machte vor allem beim zu Recht aberkannten Abseitstor des Niederländers Ruud van Nistelrooy gegen Italien - dem eine ausgedehnte Regeldiskussion folgte - von sich reden.

Vor der EM war der 44 Jahre alte Fröjdfeldt, der in seiner Heimat Eskilstuna sein Geld als Manager einer Sportanlage verdient und häufig auf dem Golfplatz anzutreffen ist, noch nicht allzu oft in Erscheinung getreten. Der Unparteiische, der seit 2001 auf der Liste des Weltverbands Fifa steht, war noch nie bei einem Turnier im Einsatz.

© SID

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