Fußball
Schily: "Haben ein einzigartiges WM-Programm"

Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl sieht Otto Schily die Weichen für eine erfolgreiche WM gestellt. "Wir wollen Werbung für den Standort Deutschland machen", so der Bundesinnenminister im Interview mit dem sid.

Für Bundesinnenminister Otto Schily sind unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl am Sonntag die Weichen für einen vollen Erfolg der WM 2006 in Deutschland gestellt. Eine "große Koalition" von Bund und Ländern habe sich auf ein einheitliches Konzept verständigt, sagte der Politiker im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

sid: "Herr Minister, ist der Sport für Sie ein Wahlkampfthema?"

Otto Schily: "Durchaus, weil die Wählerinnen und Wähler den berechtigten Anspruch haben, darüber informiert zu werden, was für den Sport getan wurde und was in Zukunft für den Sport getan werden soll. Jede Partei muss ihre sportpolitischen Ziele darlegen."

sid: "Was sind darüber hinaus wichtige Aspekte Ihrer bisherigen Amtszeit?"

Schily: "Deutschland hat in unserer Regierungszeit seinen Ruf als exzellenter Sportstandort ausgebaut. Seit 1998 haben wir rund 60 sportliche Großveranstaltungen, angefangen von Europameisterschaften bis zu zahlreichen Weltmeisterschaften ins Land geholt. Ich bilde mir selbstverständlich nicht ein, dass ich dabei der allein Entscheidende war, aber auch den Zuschlag für die Fußball-WM 2006 hätten wir ohne Unterstützung der Bundesregierung nicht erhalten."

sid: "Wie ist der Stand der Vorbereitungen knapp neun Monate vor dem Eröffnungsspiel?"

Schily: "Wir sind in Kooperation mit dem Organisationskomitee um Franz Beckenbauer voll im Plan, die Zusammenarbeit ist hervorragend. Das gilt auch für das mit den Ländern abgestimmte nationale Sicherheitskonzept. Gegen Hooligans werden wir mit aller gebotenen Härte vorgehen, da kenne ich kein Pardon."

sid: "Das Thema Sicherheit ist bei einer Großveranstaltung Pflicht, wie sieht es mit der Kür aus?"

Schily: "Wir haben ein einzigartiges, reichhaltiges Kürprogramm rund um die WM gestrickt. Ein solches Kunst- und Kulturprogramm mit seinen 48 Projekten unter der künstlerischen Leitung des Kurators Andre Heller hat es noch nie gegeben. Außerdem wollen wir uns als Land der Ideen präsentieren und Werbung für den Standort Deutschland machen. So werden wir am Silvesterabend vor dem Brandenburger Tor mit einem richtigen Paukenschlag das WM-Jahr 2006 einläuten. Wir haben bei dieser Weltmeisterschaft eine einmalige Chance, uns als freundliches und weltoffenes Land darzustellen, diese Chance darf auf keinen Fall vertan werden."

sid: "Die Olympia-Chance von Leipzig konnte allerdings nicht genutzt werden ..."

Schily: "Ich bin trotzdem stolz darauf, dass wir diese Bewerbung auf die Beine gestellt haben. In vielen Bereichen haben wir von der Bewertungskommission des IOC sogar Bestnoten erhalten. Manche in Deutschland neigen zu einer übermäßigen Selbstkritik, dabei haben sich Leipzig und Rostock hervorragend dargestellt."

sid: "Befürworten Sie einen weiteren Anlauf?"

Schily: "Ich halte eine erneute deutsche Olympia-Bewerbung für durchaus denkbar. Wenn Salzburg nicht das Rennen für 2014 macht, wäre eine Bewerbung für den Winter sicher aussichtsreicher. Ich würde in dem Fall die Kombination München/Garmisch befürworten und unterstützen."

sid: "Der deutsche Sport steht vor der Fusion von DSB und NOK, die auch Sie vehement gefordert haben ..."

Schily: "Ich habe die Bemühungen in diese Richtung von Anfang an unterstützt. Mit 133 Mill. Euro pro Jahr ist die Bundesregierung der größte Sportsponsor überhaupt. Deshalb müssen wir darauf achten, dass die Gremien optimal organisiert sind. Die Zweiteilung des deutschen Sports hat sich nicht bewährt. Es ist immer besser, wenn man nicht auf zwei Hochzeiten tanzen muss. Ich bin davon überzeugt, der deutsche Sport wird auf nationaler und internationaler Ebene gestärkt aus der Fusion hervorgehen."

© SID

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