Fußball
"Schiri" Collina darf weiter an der Pfeife glänzen

Der italienische Fußballverband hat sich zu einer Regeländerung durchgerungen und setzt für ein weiteres Jahr auf Pierluigi Collina. Der Referee hätte aus Altersgründen eigentlich die Pfeife an den Nagel hängen müssen.

Die markanteste Persönlichkeit der Schiedsrichterszene muss die Pfeife nun doch nicht an den Nagel hängen und bleibt der Serie A für eine weitere Saison erhalten. Der italienische Fußballverband Figc hat dafür gesorgt, dass Referee Pierluigi Collina seine erfolgreiche Karriere fortsetzen kann. Der Verband verkündete am Montag die Verabschiedung einer Regeländerung, durch welche der Glatzkopf bis Juni 2006 pfeifen wird.

WM trotz "Lex Collina" passe

Der 45-Jährige hätte in diesen Tagen aus Altersgründen seine Karriere eigentlich beenden müssen. Der Toskaner soll angeblich auch Uefa- und Champions-League-Spiele pfeifen dürfen, hieß es beim Verband. Er wird jedoch keine Spiele der WM in Deutschland leiten können.

Nach Ende seiner Schiedsrichterkarriere 2006 wird Collina weiterhin in der Welt des Fußball bleiben. Collina soll ab der kommenden Saison in der Ausbildung von Schiedsrichtern für die Serie A tätig sein. Er soll außerdem zum einzigen Schiedsrichter-Koordinator in Italien aufrücken. Der in der Badeortschaft Viareggio lebende Collina würde somit den Posten der Koordinatoren Paolo Bergamo und Pierluigi Pairetto übernehmen, die weiterhin in den internationalen Kommissionen des Weltverbandes Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) tätig sein werden.

Seit 1995 Fifa-Referee

Collina, der auf Grund einer Stoffwechsel-Erkrankung seine gesamte Körperbehaarung verloren hatte, ist seit 1977 Schiedsrichter. 1991 leitete er sein erstes Spiel in der Serie A und steht seit 1995 auf der Fifa-Liste. Zwei der Höhepunkte seiner Karriere sind mit bitteren Niederlagen deutscher Teams verbunden: 1999 pfiff der Glatzkopf das Champions-League-Endspiel zwischen Manchester United und Bayern München (2:1) in Barcelona, 2002 das WM-Finale zwischen Brasilien und Deutschland (2:0) in Yokohama.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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