Schnellstes Tor der Liga-Historie
Leverkusen knackt den BVB

In einem temporeichen und wilden Topspiel brachte Bellarabi sein Team nach neun Sekunden in Führung, Kießling machte in der Nachspielzeit alles klar. Gegen einen starken Gegner offenbarte der BVB große Probleme.
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DortmundMit dem schnellsten Tor der Bundesliga-Historie hat Bayer Leverkusen den West-Rivalen Borussia Dortmund gleich zum Saisonstart geschockt. Karim Bellarabi gelang beim 2:0 (1:0) am Samstagabend in Dortmund bereits nach inoffiziellen neun Sekunden der Siegtreffer für die Mannschaft des neuen Trainers Roger Schmidt. Stefan Kießling machte in der Nachspielzeit alles klar (90.+5). Vor 80 667 Zuschauern im ausverkaufen Signal-Iduna-Park fand der BVB im Spitzenspiel des 1. Spieltages der Fußball-Bundesliga gegen clevere Leverkusener kein spielerisches Mittel, um wenigstens noch einen Punkt zu retten.

„Es war ein sehr zerfahrenes Spiel. Die Räume waren brutal eng, es kam kaum ein richtiges Spiel zustande. Das 2:0 war am Ende der Gnadenstoß“, analysierte BVB-Routinier Sebastian Kehl enttäuscht. Gästecoach Schmidt wurde dagegen nach seinem ersten Spiel als Bundesliga-Trainer von den eigenen Fans gefeiert. „Wir haben viele Dinge richtig super gemacht“, kommentierte er. „Wir haben den Gegner permanent attackiert und sind superaktiv gewesen. Insgesamt haben wir ein Topspiel hier in Dortmund gemacht und am Ende des Tages verdient gewonnen.“ Kießling sah es ähnlich: „Heute war es sehr intensiv und kraftaufreibend. Wir hatten vielleicht auch nicht die besten Möglichkeiten, standen aber so bombensicher hinten drin.“ 


Die Zuschauer hatten gerade Platz genommen, da stand es schon 1:0 für die in Bestbesetzung angetretenen Gäste. Bayer-Rückkehrer Bellarabi veredelte eine schöne Kombination über Hakan Calhanoglu, Heung-Min Son und Sebastian Boenisch und ließ BVB-Ersatzkeeper Mitch Langerak, der zum Saisonstart Weltmeister Roman Weidenfeller vertrat, keine Chance. Den bisherigen Rekord hatten sich drei Profis geteilt, die jeweils nach elf Sekunden trafen: Giovane Elber (Bayern München/1998), Ulf Kirsten (Leverkusen/2002) und Paul Freier (VfL Bochum/2003).

Neben Weidenfeller verzichtete Trainer Jürgen Klopp auch auf Weltmeister Mats Hummels und Neven Subotic in der Startelf. Weitere sieben Profis standen wegen Verletzungen nicht zur Verfügung. Die Borussia schien sich dennoch gut vom Schock des Blitz-Gegentores zu erholen und startete selbst einige Angriffe. Den Offensiv-Bemühungen des Supercup-Gewinners mangelte es zunächst noch an Durchschlagskraft. Auf der Gegenseite hatte der BVB Probleme mit dem extremen Pressing der Bayer-Elf, die am vergangenen Dienstag beim 3:2 im Champions-League-Playoffspiel beim FC Kopenhagen noch einige Defensivschwächen bei Standards offenbart hatte.

Doch gegen Marco Reus, Neuzugang Ciro Immobile und Co. stand die Bayer-Abwehr sicher. Fast hätte 14-Millionen-Euro-Zugang Calhanoglu (18.) sogar auf 2:0 erhöht - sein Freistoß aus gut 20 Metern strich knapp am BVB-Tor vorbei. Bis zur Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtausch auf hohem Niveau. Die Partie trug den Namen Topspiel zurecht, auch wenn die ganz großen Torchancen auf beiden Seiten fehlten.

Auch nach dem Wechsel schenkten sich der Vize-Meister und Vierte der Vorsaison nichts. Dortmund verstärkte zwar den Druck, allerdings wirkten die Aktionen häufig hektisch und überhastet. Daher kamen die BVB-Stürmer Immobile und Patrick Aubameyang kaum einmal zum Abschluss. Auch Reus wirkte blass und wurde eine Viertelstunde vor dem Ende gegen Kevin Großkreutz ausgewechselt. In der Schlussphase beschränkten sich die Leverkusener auf solide Defensivarbeit und setzten gelegentlich Nadelstiche durch Konter. Kießling setzte schließlich die Schlusspointe

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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