Schock für Paris Bestechungsverdacht gegen PSG-Chef

Noch vor wenigen Wochen sonnte sich Nasser al-Khelaifi im Glanz des 3:0-Sieges von PSG gegen die Bayern, nun könnte es für den katarischen Geschäftsmann ungemütlich werden. Ihm wird Bestechung vorgeworfen.
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Gegen den katarischen Geschäftsmann und PSG-Präsidenten wurde ein Strafverfahren eröffnet. Quelle: dpa
Nasser al-Khelaifi

Gegen den katarischen Geschäftsmann und PSG-Präsidenten wurde ein Strafverfahren eröffnet.

(Foto: dpa)

BernIm FIFA-Korruptionsskandal ist einer der größten Global Player des Fußballs ins Visier der Behörden gerückt. Gegen Nasser al-Khelaifi, der im Sommer Superstar Neymar für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain gelotst hat, ist in der weltweiten Affäre ein Strafverfahren unter anderem wegen des Verdachts der Bestechung eingeleitet worden. Das teilte die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) am Donnerstag mit.

Die Vorwürfe richten sich gegen den katarischen Geschäftsmann in dessen Rolle als Geschäftsführer der Sportrechtefirma BeIN Media Group. Demnach bestehe der Verdacht, dass der inzwischen für zehn Jahre gesperrte Ex-FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke im Zusammenhang mit der Vergabe von Medienrechten für die Weltmeisterschaften von 2026 und 2030 „nicht gebührende Vorteile“ vom PSG-Präsidenten angenommen habe, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

BeIN Media wies am Abend in einer Mitteilung alle Anschuldigungen der Bundesanwaltschaft zurück. „Das Unternehmen wird mit den Behörden voll kooperieren und ist zuversichtlich für die weitere Entwicklung dieser Untersuchung“, hieß es.

Wie die Scheichs von Katar es im Sport knallen lassen
Rekorddeal
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Im Sport-Investment hat Katar seine Ausdrucksform gefunden, das zeigt sich einmal mehr am Rekordtransfer von Fußballstar Neymar. Doch das von seinen Nachbarn isolierte Golf-Emirat kauft sich neben Toren auch internationale Bedeutung. Auch Weltstar Nikola Karabatic wurde vom FC Barcelona für die Rekord-Ablösesumme von zwei Millionen Euro geholt.

Katar kauft Paris SG
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2011 übernahm die katarische Investorengruppe Qatar Sports Investments (QSI) zunächst 70 Prozent der Anteile an dem französischen Fußballverein Paris St. Germain. Der Vorsitzende der Beteiligungsfirma Nasser Al-Khelaifi (l.), wurde Präsident des Klubs. 2012 wurde der Verein vollkommen durch die Katarer übernommen. Seit der Übernahme durch QSI gab Paris knapp 700 Millionen Euro für den Transfer neuer Spieler aus.

Stars für reiche Scheichs
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Bereits 2011 fand die Fußball-Asienmeisterschaft in Katar statt. Die nationale Fußballliga ist die seit 1963 ausgespielte Qatar Stars League – und tatsächlich kauften deren Vereine in der Vergangenheit gern teuer (ehemalige) Stars ein: Unter anderem Mario Basler, Gabriel Batistuta, Marcel Desailly, Fernando Hierro und Hakan Yakin schnürten in dem Wüstenstaat zwischenzeitlich ihre Fußballschuhe, ebenso wie aktuell der spanische Ex-Weltmeister Xavi.

Fußballer-Bande
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„Die aktuelle politische Situation am Golf und die Vorwürfe von Nachbarstaaten gegen Katar kann der FC Bayern München derzeit nicht bewerten. Diese Beurteilungen sind Sache der Bundesregierung. Der FC Bayern München steht im Kontakt mit Vertretern der Bundesregierung“, hieß es in einem Statement des FC Bayern auf Anfrage der „Sport-Bild“. Kritik wird vermieden, dies könnte die guten, langjährigen Kontakte gefährden.

Das Bild: Karl-Heinz Rummenigge (FC Bayern München) mit Umberto Gandini (zweiter von rechts, AC Milan), Sandro Rosell (rechts, FC Barcelona) and dem hochrangigen Hassan Al Thawadi aus Katar am 5. Februar 2013.

Katar sponsert FC Bayern
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Der FC Bayern hat im Januar 2016 mit dem Hauptstadtflughafen in Katar einen langfristigen Sponsorenvertrag geschlossen. Die Münchner beziehen regelmäßig ihr Winter-Trainingslager in dem Gastgeberland der Fußball-WM 2022.

Bild: Zwei Männer mit traditioneller arabischer Kleidung beobachten am 06.01.2014 das Training des FC Bayern München in Doha (Katar) auf dem Platz.

Ein Politiker als Kronzeuge
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Die Bayern berufen sich auf eine Aussage des ehemaligen Außenministers und heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier aus dem Jahr 2016. „Sehr viele deutsche Unternehmen pflegen in Katar wirtschaftliche Beziehungen. Gegen eine Geschäftsbeziehung zwischen Bayern München und einem katarischen Unternehmen sei aus „außenpolitischer Sicht nichts einzuwenden.“.

Foto: Der Chef-Trainer Jupp Heynckes (2.v.l.) und seine Spieler Mario Gomez (2.v.r.) und Philipp Lahm (r) vom Fußball- Bundesligisten FC Bayern München am 4. Januar 2013 in Doha mit der Sheikha Hanadi Bint Nasser Bin Khaled Al Thani und ihrem Sohn Jassim (3.v.l.).

Kein Kommentar vom FC Bayern
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Der FC Bayern bereitet sich regelmäßig in Katar auf die Rückrunde vor. Franck Ribery geht hier Anfang 2017 nach einer Trainingseinheit in Doha mit vermummtem Gesicht übers Gelände. Doch in der Diskussion um das WM-Gastgeberland will der Verein derzeit keine Stellung beziehen, steht aber wegen der angespannten Lage im Austausch mit der Bundesregierung.

Die FIFA legte zuvor in einer Stellungnahme eine Liste von Vereinbarungen über die Medienrechte für 2026 und 2030 vor. Demnach hat BeIN die Lizenzen für 24 Länder in Nordafrika, im Nahen Osten und am Persischen Golf inne.

Insgesamt führt die Behörde nach eigenen Angaben „im Fußball-Untersuchungskomplex“ 25 Strafverfahren. Im Zuge der Sommermärchen-Affäre war unter anderen auch Franz Beckenbauer ins Visier der BA gerückt.

Die FIFA teilte mit, sie unterstütze „voll und ganz die Untersuchung“ der Schweizer und der anderen Behörden. Die FIFA sei bei dieser Untersuchung „geschädigte Partei“, betonte der Verband.

Schlüsselfigur der im März 2017 eingeleiteten Untersuchungen ist Valcke, gegen den bei der BA ein weiteres Strafverfahren anhängig ist und der am Donnerstag verhört wurde. Der Franzose war erst am Mittwoch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen seiner Zehn-Jahres-Sperre durch die FIFA vorstellig. Dabei war es um Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von WM-Tickets und Übertragungsrechten gegangen. Er habe immer im Interesse der FIFA gehandelt, rechtfertigte sich der einstige Vertraute von Ex-FIFA-Boss Joseph Blatter.

Hausdurchsuchungen bereits durchgeführt
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