Schutz im Inneren
7 000 Soldaten sollen bei WM zum Einsatz kommen

Zum Schutz der Fußball-Weltmeisterschaft will Verteidigungsminister Franz Josef Jung deutlich mehr Bundeswehrsoldaten bereitstellen als zunächst geplant. Anders könnten die anträge auf Hilfe aus Ländern und Gemeinden nicht bewältigt werden.

HB BERLIN. CDU-Politiker Jung sagte der "Bild am Sonntag", er sei sich mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einig, dass die Bundeswehr "im Bedarfsfall bis zu 7 000 Soldaten zum Schutz unserer Bevölkerung und der Gäste der Fußball-Weltmeisterschaft bereit hält". Ursprünglich waren nur etwa 2 000 Soldaten im Gespräch gewesen. Laut Jung liegen mehr als 100 Anträge auf Bundeswehrhilfe aus Ländern und Gemeinden vor. Konkret stelle die Bundeswehr Sanitätskräfte, ABC-Abwehreinheiten, Pioniere, Feldjäger mit Sprengstoff-Spürhunden sowie Hubschrauber und Flugzeuge bereit, berichtet die Zeitung.

In einem vertraulichen Konzept des Ministers für die Bereitschafts-Einheiten heiße es, neben Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen könnten Großschadensereignisse während der WM nicht ausgeschlossen werden. Die Kapazität der ABC-Kräfte werde so ausgeplant, dass an jedem Spielort über diese Kräfte verfügt werden könne, "um so in kürzest möglicher Zeit nach Alarmierung am Ereignisort zum Einsatz kommen zu können".

In ständiger Bereitschaft befinde sich während der Weltmeisterschaft auch das mobile Biowaffen-Labor. Am Spielort Kaiserslautern unterhalte die Bundeswehr ein Rettungszentrum für Notfall-Chirurgie. An den Standorten Bückeburg und Laupheim stünden ständig zwei Großrettungshubschrauber bereit. Zwei weitere Hubschrauber dieses Typs würden in Reserve gehalten. Zudem ständen acht Helikopter für den Transport von KSK-Elitesoldaten, Helfern und Material bereit. Die Marine stelle zwei große Rettungshubschrauber.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bekräftigte die Position seiner Partei, wonach es keine Änderung des Grundgesetzes zum Einsatz der Bundeswehr im Innern geben dürfe. "Wir wissen aber, dass im Katastrophenfall die Bundeswehr sowieso schon eingesetzt werden kann", sagte er in der ARD. Auch wenn es darum gehe, eine Suppenküche aufzubauen, hätten die Soldaten schon mitgeholfen, etwa auf dem Katholikentag. Die Bundeswehr dürfe aber nicht "zu Hilfspolizistenaufgaben" missbraucht werden.

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