Schweini und van Gaal
Manchester, Millionen und ein Missverständnis

Der böse Holländer Louis hackt auf Weltmeister Bastian Schweinsteiger herum. Der gute Kalle und der feine Jogi verteidigen ihn. War der Wechsel des bayerischen Urgesteins ein Fehler? Und wann sagt Ana endlich was dazu?

DüsseldorfDie Aufregung ist groß in England: Manchester United hat gegen Wolfsburg verloren und ist hochkant aus der Champions League geflogen. Kein deutscher Fan dürfte darüber traurig sein, selbst wenn er ein Fan von Bastian Schweinsteiger ist. Schließlich ist dies gut für die Bundesliga, die ohnehin gegenüber Spanien, Italien und England ins Hintertreffen gerät.

Doch was passiert nun? Jetzt hacken plötzlich ganz viele auf dem deutschen Weltmeister und Kapitän der Nationalmannschaft herum. Schon vor dem Spiel hatte der vor Jahren in München in Ungnade gefallene Trainer Louis van Gaal seinen Mittelfeldstrategen öffentlich kritisiert. Mit der Auswechselung im Spiel gegen Wolfsburg gab er ihn praktisch zum Abschuss frei.

Die keineswegs zimperlichen Medien in England nahmen die Vorlage dankend an. So spottete der „Guardian“: „Der Fußballer, der so lange wie ein Mercedes surrte, hustete und prustete, als die VW-Logos an ihm vorbeirasten. Er ließ zu viele Gelegenheiten zu, bis er endlich ausgewechselt wurde.“ Und die „Sun“ störten sogar die Handschuhe, die er „aus irgendwelchen Gründen“ als „Einziger“ trug.

Solcherlei Schelte kommt bei eingefleischten Schweini-Fans wie Majestätsbeleidigung an. Daher beeilten sich Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Bundestrainer Jogi Löw, dem Ur-Bayer und Kapitän der Nationalmannschaft öffentlich beizuspringen. „Louis soll den Bastian in Ruhe lassen“, schimpfte Rummenigge. „Er ist nach wie vor ein Weltklasse-Spieler“, lobte Löw.

Was der so mit Lob und Tadel überhäufte Spieler dazu meint, ist noch nicht so recht klar. Denn gegenüber seinen 8,6 Millionen Fans auf Facebook und seinen 2,9 Millionen Followern auf Twitter schweigt er seit zwei Tagen. An den Kameras lief er zuletzt einfach vorbei. Gefeiert hat er dagegen seine Ehrung zum „Spieler des Monats November“ durch die Fans von Manchester.

Gemessen an diesem Zuspruch läuft es also so schlecht nicht in Manchester. In der Tat, das Team agiert defensiv relativ gut, viele Spiele gingen zu Null aus, was auch ein Verdienst des defensiven Mittelfeldstrategen Schweinsteiger ist. Es hakt jedoch am Spiel nach vorne. Doch dafür ausgerechnet den Deutschen verantwortlich zu machen, wirkt ungerecht.

 

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Der Denkfehler des Generals

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