Schweinsteiger in Bestform zur WM
"Schweinis" Dank gilt "Vaterfigur" Kahn

Bastian Schweinsteiger war gegen Kolumbien der beste Mann im DFB-Team. Nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Kolumbien lief "Schweini" auf direktem Wege zu seinem Vereinskollegen Oliver Kahn und bedankte sich beim Routinier.

Er ließ sich nach seinem fulminanten 25-Meter-Hammer gegen Kolumbien von niemandem aufhalten. Bastian Schweinsteiger wusste, bei wem er sich für den Treffer zum 2:0 zu bedanken hatte und lief schnurstracks zu seinem Münchner Vereinskollegen Oliver Kahn, der als deutscher Ersatztorhüter auf der Bank saß. Eine Umarmung, ein liebevoller Streichler über den Kopf - "Schweini" hat in dem Routinier eine neue "Vaterfigur" gefunden.

"Trau dich doch"

"Oliver hat zu mir vor dem Spiel gesagt: Schweini, schieß´ doch, trau dich doch", berichtete der Schütze des Treffers zum 2:0, der unter anderem einer gezielten Vorbereitung entsprang. "Tausend Mal", erklärte Schweinsteiger, habe er diesen Freistoß im Training mit Kahn probiert, gegen Kolumbien präsentierte er das Resultat - auch, weil der Gegner eine Mauer stellte, "die wir bei der WM so nicht bekommen", wie Bundestrainer Jürgen Klinsmann anmerkte.

Ansonsten aber fanden die beiden obersten Übungsleiter der DFB-Auswahl am überragenden Spieler des 3:0 (2:0) gegen Kolumbien nichts auszusetzen. "Immer wichtiger" werde Schweinsteiger, sagte Klinsmanns Assistent Joachim Löw und verlieh der Hoffnung Ausdruck, der 21 Jahre alte Bayer möge bis zur WM "seine Form halten", wenn nicht sogar noch verbessern. Denn "Schweini", so viel ist bereits klar, ist ein Schlüsselspieler im deutschen Team.

Maßflanke auf Michael Ballack

Gegen Kolumbien setzte Schweinsteiger gemeinsam mit Kumpel Lukas Podolski und Philipp Lahm früh die ersten Akzente. Als nach 20 Minuten ein wenig Leerlauf aufkam, trat er einen Freistoß scharf und präzise in den Strafraum, Michael Ballack bedankte sich mit dem 1:0 (22.). Auch vor und nach seinem eigenen Treffer (37.) misslang dem Münchner nur selten etwas. Er sprühte vor Spielwitz, war treibende Kraft in der Offensive und auch defensiv höchst engagiert.

Bei der Nationalmannschaft blüht Schweinsteiger nach einer bisweilen durchwachsenen Saison beim FC Bayern immer mehr auf. Der Bundestrainer führt dies unter anderem auf das Betriebsklima bei der DFB-Auswahl zurück. "Bei uns bekommen Spieler viel Vertrauen und den Glauben an sich. Sie dürfen Fehler machen, sie müssen sich aber auch zerreißen, und das tut er." Wobei Klinsmann in Mönchengladbach mit "er" in diesem Fall ausdrücklich Schweinsteiger meinte.

"Habe Oliver alles zu verdanken"

Schweinsteiger wiederum hat auch Halt bei Kahn gefunden. Der 36 Jahre alte Münchner Mannschaftskapitän fing den jungen Kollegen auf, als dieser nach der überraschenden Trennung von seinem Berater und den völlig haltlosen Spekulationen um eine Verstrickung in einen angeblichen Wettskandal in eine Krise geriet. "Ich habe dem Oliver alles zu verdanken", versichert Schweinsteiger, "er hat mir sehr geholfen, er hat mir Mut gemacht."

Wie auch immer: Rechtzeitig vor Beginn der WM scheint Schweinsteiger gefestigt und bereit für Großtaten. Probleme damit, Verantwortung tragen zu sollen oder zu müssen, habe er nicht: "Der Druck ist mir egal, ich lasse das gar nicht an mich ran." Außerdem würde "Papa" Kahn dies auch gar nicht zulassen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%