Schweinsteiger neuer DFB-Kapitän Endgültig Chef

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Bierhoff schwärmt von der Weltmeister-Generation
Oh Käpt'n mein Käpt'n
Joachim Löw und Bastian Schweinsteiger
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Er ist der Neue: Am 2. September verkündete Joachim Löw schließlich, dass Bastian Schweinsteiger die Nachfolge von Philipp Lahm antreten wird. Im WM-Finale hatte Schweinsteiger vor allem Nehmerqualitäten bewiesen: Blutend, humpelnd und von gefühlt jedem Argentinier auf dem Feld einmal gefoult, hielt der Bayer bis zum erlösenden Abpfiff durch, lehnte die Auswechslung ab, holte Freistoß um Freistoß, Minute um Minute für das deutsche Team raus. Jetzt wird der Mittelfeldleader, der sein erstes Länderspiel vor gefühlten Äonen und tatsächlich zehn Jahren als Flügelstürmer „Schweini“ bestritt und der in der Abwesenheit Michael Ballacks 2010 zum neuen Chef im Mittelfeld reifte, neuer Spielführer. 2016 wird er dann, wenn nötig, wieder die Knochen hinhalten solange er muss: Dann will Deutschland nach dem WM- auch den Europameistertitel gewinnen.

Ein Überblick, wer die deutsche Nationalmannschaft schon als Kapitän anführte.

Fritz Walter
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Fritz Walter, der Mann, dessen liebstes Fußballwetter aufgrund einer Malaria-Erkrankung der strömende Regen war, lief erstmals am 15. April 1951 mit der Kapitänsbinde auf. Eine deutsche Nationalmannschaft wurde nach dem zweiten Weltkrieg und fünfjährigem Spielverbot für Deutschland erst allmählich wieder aufgebaut und Walter wurde der verlängerter Arm des früheren Reichs- und neuen Bundestrainers Sepp Herberger. Unter der Führung Walters wurde Deutschland 1954 erstmals Weltmeister und feierte das „Wunder von Bern“ – doch Walters wichtigstes Spiel war ein anderes: Als Kriegsgefangener in Máramarossziget in Rumänien spielte Fritz Walter Fußball mit den Wachsoldaten, die den Nationalspieler erkannten und dem Lagerkommandanten vorstellten. Der bewahrte der Legende nach Fritz und dessen Bruder Ludwig vor dem Gulag.

Walter blieb bis 1956 Kapitän und wollte, mit Verletzungen hadernd, danach eigentlich aus der Nationalmannschaft zurücktreten. Herberger überredete ihn dazu, sogar noch die WM 1958 mitzuspielen – danach war aber endgültig Schluss für die Legende des 1.FC Kaiserslautern. Und auch Herberger konnte ihn nicht mehr umstimmen, als er 1962 versuchte den 42-Jährigen, der seine Karriere längst endgültig beendet hatte, noch einmal zur WM-Teilnahme zu überreden. Fritz Walter starb am 17. Juni 2002 und ist Ehrenspielführer der Nationalmannschaft.

Uwe Seeler
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Das erste mal durfte sich Uwe Seeler 1961 gegen Dänemark die Kapitänsbände anlegen. Dadurch beflügelt gelangen dem nur 1,68 Meter großen Stürmer gleich drei Kopfballtore. Nach der WM 1962 wurde "Uns Uwe" dann Stammkapitän der Nationalmannschaft. In dieser Position führte er auch die deutsche Mannschaft ins Finale der WM 1966 in England. Legendär verlor das DFB-Team dort mit 2:4 nach Verlängerung. Nicht ganz untypisch für Uwe Seeler - denn trotz grandioser fußballerischer Leistungen gewann der Hamburger nie einen Titel.

Zwei Jahre später erklärte er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, kam aber auf Drängen des Bundestrainers zurück. Bei der WM 1970 spielte er wieder als Kapitän und kickte England im Viertelfinale mit dem Hinterkopf aus dem Turnier - eine kleine Revanche für das verlorene Finale. Im gleichen Jahr verabschiedete er sich endgültig von der Mannschaft.

Fußball - Sepp Maier wird 65 Jahre alt
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1971 führte Franz Beckenbauer die Nationalmannschaft erstmals als Kapitän an. Drei Jahre später feierte er mit seiner Mannschaft die Weltmeisterschaft. Mit dem Wechsel zu Cosmos New York endete seine Zeit als Nationalspieler und damit auch als Mannschaftsführer - denn ein Spieler im Ausland hatte damals keine Chance auf einem Platz in der Nationalmannschaft.

Doch auch ohne den Wechsel hätte es für den Kaiser schwierig werden können - er steckte mitten in einer Ehekrise und konnte seine Beziehung zu einer Sportfotografin nicht geheim halten. Ein geschiedener Spielführer erschien der Bild-Zeitung sowie einigen DFB-Funktionären als inakzeptabel.

Bernard DietzCordoba 1978
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Bernard "Enatz" Dietz (hier im freien Flug) wurde nach dem desaströsen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 1978 neuer Kapitän. Die Ruhrpottlegende war 19 Einsätze lang Spielführer und gewann mit seiner Mannschaft 1980 die Europameisterschaft.

Doch dann teilte ihm der Bundestrainer Jupp Derwall mit, dass er nach angeblich unangemessenen Äußerungen in einem Interview von Dietz enttäuscht sei. Der Kapitän vermisste bei seinem Coach den nötigen Rückhalt. So endete seine Zeit als Mannschaftsführer.

Fußball-WM '82 - Deutschland - Österreich 1:0
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Insgesamt 51 Spiele absolvierte Karl-Heinz Rummenigge als Kapitän für die Nationalmannschaft. In den 1980er Jahren galt er als einer der weltbesten Spieler und führte die DFB-Elf als Kapitän in die WM-Endspiele von 1982 und 1986. Mit dem Vizeweltmeistertitel 1986 war für den heutigen Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München Schluss. Via Zeitungskolumne gab er das Amt ab.

Matthäus und VogtsVogt Matthäus WM 1994
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Sieben Jahre und 75 Länderspiele spielte Lothar Matthäus als Kapitän in der Nationalmannschaft. Verletzungsbedingt musste er die Binde 1994 an Intimfeind Jürgen Klinsmann abgeben. Als Trainer Berti Vogts "Loddar" nicht einmal mehr in den Kader für die EM 1996 berief, starb auch die Hoffnung, noch einmal Spielführer werden zu können. Dafür ist er mit 150 Länderspielen Deutschlands Rekordnationalspieler.

Gegen Argentinien wird Torwart Manuel Neuer die deutsche Fußball-Nationalmannschaft anstelle des verletzten Bastian Schweinsteiger auf den Platz führen. Jerome Boateng von Bayern München, Mats Hummels von Borussia Dortmund und Sami Khedira von Real Madrid stehen dem Nationalcoach an diesem Mittwoch verletzungsbedingt ebenfalls nicht zur Verfügung.

Zuvor stand bereits der Ausfall von Arsenals Mesut Özil fest. Löw nominierte deshalb Sebatian Rudy von 1899 Hoffenheim nach, „weil wir im defensiven Mittelfeld einen Engpass haben“.

Einen generellen Vizekapitän hat Löw noch nicht ernannt. „Wir haben einen starken Spielerrat. Man wird sehen, wie sich das die nächsten Spiele entwickelt“, sagte er. Vielleicht werde man den Stellvertreter des neuen Kapitäns Schweinsteiger „zur gegebenen Zeit festlegen, das muss jetzt aber nicht sein“.

Die Spieler dürfen in diesen Tagen nochmals die besondere WM-Stimmung genießen. „Herzlich Dank“, rief ein strahlender Löw beim Kids-Day am Montagabend in der Düsseldorfer Esprit-Arena den meist jungen Fans zu: „Eure Unterstützung hat uns die ganze Zeit begleitet und motiviert.“

Von den 23 Weltmeistern von Brasilien waren 14 beim Start in die neue Saison dabei - dazu kamen die zurückgekehrten Marco Reus, Mario Gomez und Antonio Rüdiger.Der Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, schwärmte über die vierte deutsche Weltmeister-Generation: „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur gute Fußballer haben, sondern echte gute Kerle. Einige sind in dem Turnier nochmal gereift.“

Der Blick muss aber zwangsläufig nach vorne gehen. „Ab Donnerstag gilt die volle Konzentration der EM-Qualifikation“, sagte Bierhoff. Die Entwicklung soll Richtung EM 2016 in Frankreich und WM 2018 in Russland weiter vorangetrieben werden.

Schneider war Spieler und Trainer in Stuttgart
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1 Kommentar zu "Schweinsteiger neuer DFB-Kapitän: Endgültig Chef"

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  • Der ungelenke Stolperer ist meistens verletzt. Jetzt mit 30 Kapitän. Habe vom korrupten DFB nichts anderes erwartet.

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