Sechs Fragen an: Jochen Zeitz
Zeitz: „Wir verkaufen keine Billigprodukte“

Jochen Zeitz setzt auf Design und Qualität. Der Vorstandschef des Sportkonzerns Puma sprach mit dem Handesblatt über Chancen und Marketingstrategien und warum der Konzern demnächst seinen Puma auch auf Bikinis und Badehosen setzt.

Handelsblatt: Herr Zeitz, bei Discountern gibt es T-Shirts zur WM für fünf Euro das Stück. Wer sollte da noch die Puma-Trikots kaufen, die zehn Mal so viel kosten?

Wir verkaufen keine Billigprodukte, sondern eine Marke mit entsprechendem Design und hoher Qualität. Die Sponsoren der WM dürften viel eher darunter leiden, denn die haben sehr viel Geld für die Sache bezahlt.

Wegen der WM steigen Ihre Marketingausgaben rasant. Lohnt sich die Veranstaltung für Puma überhaupt?

Unsere allgemeinen Verwaltungskosten klettern dieses Jahr von 30 auf 35 Prozent. Ein größerer Teil der Steigerung hängt mit der Stärkung unserer internationalen Infrastruktur für unsere weltweite Expansion, mit der Eröffnung neuer eigener Geschäfte und mit unserem stark erhöhten Marketingbudget zusammen. Neben der Kampagne rund um die WM geben wir auch viel Geld für Werbung aus, die nichts mit Fußball zu tun hat. Dabei geht es um unsere neuen Angebote im Golf-Sport, um die Jeans-Kollektion und um Motorradausrüstung.

In manchen Schulklassen trägt fast schon jeder zweite Jugendliche Puma-Schuhe. Haben Sie keine Angst, dass die Leute Puma bald nicht mehr sehen können?

Nein, denn in allen unseren Kategorien ist noch genügend Potenzial vorhanden. Nehmen sie nur unsere neue Golf-Kollektion. Die ist so ausgelegt, dass man sie auf dem Platz tragen kann, aber auch außerhalb. Mit einer interessanten Optik sind wir sowohl für Golfprofis interessant als auch für diejenigen, die damit durch die Fußgängerzone schlendern.

Dennoch gelingt es nur wenigen Marken, über lange Zeit ihren Glanz zu bewahren.

Aber es gibt solche Beispiele. Schauen Sie nur Porsche oder Apple an. MP3-Player gibt es viele, doch nur Apple gelang es, das Gerät so zu designen, dass es Kult wurde. Aber man muss natürlich ständig und hart daran arbeiten

Allein für das laufende Jahr versprechen Sie ein Umsatzplus von 35 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Gibt es für Puma Grenzen des Wachstums?

Ich sehe derzeit keine, sondern noch viele Chancen. Von den fünf neuen Kategorien, die wir in den nächsten vier Jahren einführen wollen, haben wir mit Bademode und Jeans gerade mal zwei angekündigt. Dazu kommen noch viele Auslandsmärkte, in denen wir den Vertrieb in die eigene Hand nehmen wollen. Dadurch klettert der Umsatz noch einmal.

Sie eröffnen immer mehr eigene Läden. Das bringt zusätzliche Einnahmen, macht aber auch den Fachhändlern Konkurrenz.

Richtig ist, dass wir derzeit etwa 80 eigene Stores betreiben und jedes Jahr zwischen zehn und zwanzig neue Läden aufmachen. Das ist kein zusätzlicher Wettbewerb für die Einzelhändler, sondern unterstützt sie sogar. Oft könnten sich die Händler die Mieten in den Lagen, in denen wir sind, gar nicht mehr leisten.

Das Gespräch führten Bénédicte de Peretti (La Tribune) und Joachim Hofer.

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