Seine Taktik ist für die Schwaben oft ein Buch mit sieben Siegeln
Tragikomödie um „Trap“

Wie ein Fußball-Papst ist Giovanni Trapattoni in Stuttgart empfangen worden, doch vier Monate später leuchtet sein Heiligenschein nur noch schwach. Der 66-jährige Trainer verzweifelt am VfB - und der Bundesligist an „Trap“. „Wir haben noch kein einziges Spiel gemacht, wo man hinterher sagen konnte: Komm, wir gehen ein Bier trinken. Das war super“, sagt Erwin Staudt. Der Vereinspräsident hatte am 17. Juni Trapattoni noch euphorisch mit den Worten „Habemus Mister“ vorgestellt.

dpa RENNES. „Ich gebe 101 Prozent meiner Mentalität und Begeisterung. Ich hoffe, ich kann später dem Präsidenten sagen: Sie haben es nicht bereut“, sagte Trapattoni. Doch inzwischen ist die Stimmung beim VfB auf dem Tiefpunkt, nachdem sich die Mannschaft mit Mühe durch die erste Runde im DFB- Pokal und Uefa-Cup gemogelt hat und in der Bundesliga einfach nicht auf „Trap“ kommt.

Mangelndes Engagement kann man dem Italiener auf dem Trainingsplatz freilich nicht vorwerfen: Zwischen kräftigen jungen Männern flitzt ein kleiner weißhaariger Mann umher, der offensichtlich zu der Mannschaft in den gelben ärmellosen Hemdchen gehört. Unermüdlich gestikuliert Trapattoni und gibt lautstark Anweisungen. Ob der erfolgreichste Vereinstrainer auch verstanden wird, ist nicht nur eine Frage der Sprache: Seine Taktik ist für die Schwaben oft ein Buch mit sieben Siegeln.

Trapattoni („Ich habe im Laufe der Zeit 2000 Spieler betreut“) spricht gern von früheren Zeiten, als er noch Profis wie Platini, Boniek und Matthäus hatte. Er behauptet aber auch, er sei nicht stehen geblieben: „Ich habe meine Methoden und taktischen Ansichten immer gewechselt.“ Doch den Beweis der Wirkung ist er bisher schuldig geblieben. Und so zielt die Kritik auf Trapattonis Rotationssystem und auf das bescheidene Offensivspiel des VfB.

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