Selbst Ronaldinho muss um Stammplatz zittern - Hochstimmung im Lager der Mexikaner
Parreira macht müden Brasilianern Beine

Um ein Debakel des Weltmeisters wie beim Confed Cup 2003, als die Südamerikaner in der Vorrunde scheiterten, zu verhindern, hat Brasiliens Trainer für das unerwartete Gruppen-Endpsiel gegen Japan Konsequenzen für seine müden Ballkünstler angekündigt. Die Asiaten glauben indes fest an ihre Siegchance.

HANNOVER/FRANKFURT. "Ich werde drei, vier Änderungen vornehmen", sagte der Nationalcoach nach dem überraschenden 0:1 der "Selecao" gegen Mexiko. "Es ist kein Problem für uns, personelle Änderungen vorzunehmen. Wir haben genug Leute dafür", sagte Parreira, der nach seinem 100. Spiel als Chefcoach nichts zu feiern hatte, mürrisch. Um seiner Mannschaft Beine zu machen, dürfen sich nun Spieler wie die beiden Sevilla-Profis Ricardo Oliveira und Renato Hoffnungen auf einen einsatz gegen Japan machen.

Unter denen, die ihren Platz räumen müssen, könnte sogar "Weltfußballer" Ronaldinho sein: Der Spielmacher ging in der zweiten Halbzeit völlig unter und räumte später mit leiser Stimme ein: "Die ganze Mannschaft hat die Müdigkeit gespürt. Aber wir haben 30 Mal aufs gegnerische Tor geschossen - und kein Ball ging rein." Auch Parreira bemühte die fehlende Kraft als Abgründung für die unerwartete Niederlage. "Die brasilianischen Spieler sind außerordentlich erschöpft", sagte er. Davon war auf dem Platz zwar nicht viel zu sehen, aber vielleicht meinte Parreira ja die mentale Verfassung der Brasilianer.

Gegen die Japaner muss nun jedenfalls ein Remis her, um das Halbfinale zu erreichen. Doch das können mit einem Sieg auch die Asiaten erreichen, die beim 1:0 gegen die Griechen mit attraktivem und schnellem Fußball gefielen. Nationalcoach Zico war entsprechend zufrieden. „Wir haben guten Fußball gespielt. Nur ein paar Tore mehr hätte ich mir schon gewünscht", sagte der frühere brasilianische Nationalspieler, der in seiner aktiven zeit als „weißer Pelé“ verehrt wurde. Und damit traf er den nagel auf den Kopf, denn die Partie gegen die chancenlosen Griechen hätte deutlich höher zu Gunsten der Asiaten ausgehen müssen. Und dennoch geht Zico das unerwartete Gruppen-Endspiel gegen den Weltmeister zu Recht optimistisch an: "Wir wollen egal gegen welchen Gegner immer unser eigenes Spiel spielen. Auch gegen Brasilien wollen wir gewinnen", sieht er seine Mannschaft nach dem starken Auftritt keineswegs chancenlos. Seine sportliche Vergangenheit und die eigenen Nationalgefühle blendet er dabei aus. Ich fühle mich in Japan sehr wohl und gehe mit ganzer Kraft als Japaner in diese Spiel", betonte Zico.

Parreira zollte den Asiaten denn auch schon einmal seinen Respekt: "Es wird gegen Japan schwer genug. Das ist eine sehr starke und gut organisierte Mannschaft."

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