Selbstbewusstes DFB-Team
Mit „Robin-Hood-Taktik“ ins Halbfinale

Zwei Tage vor dem Jahrhundertspiel gegen Argentinien sucht man vergeblich nach Anzeichen für Selbstzweifel im DFB-Team. Von der Klinsmann-Truppe wird die blau-weiße Über-Elf allenfalls noch als Hindernis der mittleren Kategorie eingestuft. Die "Robin-Hood-Taktik" soll den Sieg bringen.

HB BERLIN. Das Erfolgs-Rezept gegen Argentinien hält Jürgen Klinsmann streng geheim, beim öffentlichen Ballyhoo dagegen werden die Sprüche der deutschen Spieler immer kesser. "Die Argentinier haben leider das Pech, auf uns zu treffen", tönte Torjäger Miroslav Klose zwei Tage vor dem Giganten-Viertelfinale gegen die bislang stärkste Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft. "Wir haben keinen Grund, nervös oder unsicher zu sein", ergänzte Co-Trainer Joachim Löw. Oliver Kahn verriet sogar, dass man im deutschen Lager bereits über den Freitag (17.00 Uhr) hinausdenkt: "Man schaut schon mit einem Auge auf den einen oder anderen, der danach kommen könnte", berichtete der Edelreservist bei seinem ersten Auftritt während der WM auf dem Presse-Podium im Berliner Medienzentrum.

Die forschen "Klinsmänner" liegen mit ihrer Überzeugung vom Ende der fast sechs Jahre dauernden Negativ-Serie gegen eine Fußball- Weltmacht auf einer Wellenlänge mit dem deutschen Fußball-"Kaiser" und der Bundeskanzlerin. Franz Beckenbauer erschien am Mittwoch erstmals im DFB-Quartier und speiste mit dem Nationalteam. Der WM- Chef zweifelt nicht mehr an Klinsmann & Co. "Die Mannschaft hat von Turnierbeginn an gezeigt, dass sie Herr im eigenen Haus ist", lobte Beckenbauer. Angela Merkel glaubt ebenfalls fest an den Einzug des WM-Gastgebers ins Halbfinale. "Wenn die Mannschaft so auftritt wie gegen Schweden, dann kann sie auf jeden Fall auch Argentinien schlagen", sagte die Regierungschefin. Diese Hoffnung vereine inzwischen 80 Millionen Deutsche, meinte Torsten Frings: "Wir wollen alle ins Halbfinale - nicht nur wir Spieler, sondern das ganze Land."



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Auf dem Platz müssen den großen Worten nun große Taten folgen, denn selbst im Trainerstab werden die Argentinier über alle anderen Teams gestellt - inklusive Weltmeister Brasilien. "Argentinien stellt die eingespielteste und homogenste Mannschaft dieser WM. Sie haben sehr viele Stärken und wenig Schwächen. Es ist der im Moment schwierigste Gegner für uns", sagte Löw. Ob in Abwehr, Mittelfeld oder Angriff - die Truppe von José Pekerman ist überall bestens besetzt. "Und sie haben wahrscheinlich auch die beste Bank", hob Löw ergänzend hervor.

Hinter den Mauern des Quartiers im Grunewald haben Klinsmann und Löw mit Chefscout Urs Siegenthaler längst eine Taktik ausgeheckt, wie die deutsche WM-Party fortgeführt werden soll. "Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, wie man Argentinien schlagen kann. Aber das wird diskret behandelt", entgegnete Löw am Mittwoch lächelnd auf die Frage eines argentinischen Radio-Reporters. In Geheimsitzungen werden Michael Ballack & Co. die Angriffspunkte aufgezeigt, "wie man Argentinien empfindlich verletzen" kann, sagte Löw. In geheimen Übungseinheiten wird es auf dem Platz praktisch erprobt.

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