Sharif Touré kämpft um Platz im Togo-Team
Von der Bezirksliga in Ostfriesland zur WM

Es klingt wie ein Fußball-Märchen. Ein 23 Jahre alter Fußballspieler aus der siebten Liga in Ostfriesland hofft auf den Auftritt auf der ganz großen Fußballbühne bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Und seine Chancen stehen nicht schlecht.

HB EMDEN/AMSTERDAM. In der Vorrundengruppe G möchte Sharif Touré vom Bezirksligisten Concordia Ihrhove für sein Heimatland Togo in einem halben Jahr WM-Tore-schießen. Möglicherweise gegen den Ex-Weltmeister Frankreich, die Schweiz oder gegen Südkorea. Der dunkelhäutige Stürmer nimmt seit Mitte Dezember mit der Nationalmannschaft von Togo an einem Trainingslager nahe Amsterdam teil.

"Ich bin jetzt wieder dabei und hoffe, dass ich mich durch gute Leistungen noch für die WM empfehlen kann", sagt der Dribbelkünstler. Acht Länderspiele mit zwei Toren stehen für ihn zu Buche. Zuletzt war der Torjäger im November 2004 in den grün-gelben Landesfarben für die Nationalmannschaft beim Teheran-Cup im Einsatz. Bei den Spielen der WM-Qualifikation fehlte er aber. "Da war ich körperlich nicht fit", sagt Touré. "Die Teilnahme an der WM wäre aber die Chance meines Lebens."



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Seit Mohammed El-Sharif Touré Coubageat - so sein vollständiger Name - vor sieben Jahren nach Deutschland gekommen ist, träumt er von einer Profikarriere. Von 1998 bis 2001 war er als Vertragsamateur bei Hannover 96 unter Vertrag. Drei Zweitliga-Einsätze sind die Ausbeute. Eine umstrittene Aktion des 96-Trainers Horst Ehrmantraut, der den Stürmer im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld 14 Minuten nach seiner Einwechslung wieder von Platz nahm, beendete alle Profi-Träume. Touré wechselte zum damaligen Oberligisten Ihrhove nach Ostfriesland.

"Sharif hat sich in Ihrhove gut entwickelt. Doch in der Winterpause sollte er schon zu einem höherklassigen Verein wechseln", sagt sein Berater Klaus-Dieter Müller. Der Rechtsanwalt aus Hannover, der 1995 kurzzeitig Präsident bei Hannover 96 war, hatte Touré mit 16 Jahren nach Deutschland geholt. "Sherif spielt nicht mehr so afrikanisch", meint Roman Rubaj. Der polnische Spielertrainer von Concordia Ihrhove weiß, dass sein Nationalstürmer eigentlich viel höher spielen müsste: "Der ist viel zu gut für uns."

33 Mal traf der Torjäger der Ostfriesen in der vergangenen Saison. Ob dies für die WM reicht, entscheidet Togos Nationaltrainer Stephen Keshi nach dem Ende des gut dreiwöchigen WM-Vorbereitungslehrganges am 10. Januar in Amsterdam. Steht sein Name auf der Liste der 22 Spieler, die Ende Januar zur Afrika-Meisterschaft nach Ägypten fahren, hat es Sharif Touré so gut wie geschafft. Das Aufgebot soll den WM-Neuling Togo auch bei der Weltmeisterschaft vom 9. Juni bis 9. Juli in den WM-Stadien in Frankfurt, Dortmund und Köln vertreten.

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