Sicherheitsbedenken vor Länderspielen: Ohne Angst, mit größter Vorsicht

Sicherheitsbedenken vor Länderspielen
Ohne Angst, mit größter Vorsicht

Die EM findet statt, sagt Frankreich nach den Terroranschlägen von Brüssel. Die Verbände wollen keine Angst zeigen, bauen auf Sicherheitskonzepte. Eine Frage bleibt: Wie werden Zuschauer außerhalb der Stadien geschützt?

Berlin, Brüssel, ParisTrotz der Terroranschläge von Brüssel sieht die Münchner Polizei vor dem Fußball-Länderspiel in der bayerischen Landeshauptstadt am Dienstag keine erhöhte Gefahr. „Es gibt keine Hinweise auf Terroranschläge oder ähnliches“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Schon vor den Bombenexplosionen in Belgien mit Toten und Verletzten habe für die Partie Deutschland gegen Italien (20.45 Uhr) in der Münchner Arena die höchste Sicherheitsstufe gegolten. Hunderte Einsatzkräfte sollen am Dienstagabend im Stadion und davor „gut sichtbar“ im Einsatz sein. Die genaue Zahl werde erst kurzfristig festgelegt, so der Sprecher.

Das Freundschaftsspiel ist die zweite Begegnung der DFB-Elf nach der Absage von Hannover im Herbst infolge der Terroranschläge von Paris. Am Samstag spielt die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in Berlin gegen England.

Der Deutsche Fußball-Bund selbst sieht derzeit keine Gefahr für das Länderspiel. „Wir bereiten uns vor, das Spiel ganz normal durchzuführen“, erklärte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert am Mittwoch in Berlin. Es gebe weiterhin „keinerlei Hinweis auf die Gefährdung unserer Veranstaltung“, ergänzte er. Nach den Terroranschlägen sind die Sicherheitsmaßnahmen rund um die deutsche Nationalmannschaft hochgefahren worden. Das zeige, wie sensibel mit dem Thema umgegangen werde, betonte der DFB-Sicherheitschef.

Die Kontrollen der Zuschauer und aller akkreditierten Stadion-Gäste „werden intensiviert“, kündigte Große Lefert an. Dabei würde der DFB als Veranstalter in enger Kooperation mit der Polizei und den Ordnungsdiensten arbeiten. Die kurzfristige Absage der Partie im November des Vorjahres gegen die Niederlande in Hannover habe gezeigt, wie konsequent gehandelt werde, wenn konkrete Erkenntnisse über eine Gefährdung vorliegen. Beim Spiel gegen England würden „ausreichend“ Sicherheitskräfte eingesetzt, sagte Große Lefert, ohne Zahlen zu nennen. Aus England werden 4000 Fans in Berlin erwartet.

Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich am Tag nach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt mit mehr als 30 Toten und über 250 Verletzten schockiert. Ihm seien natürlich auch die Bilder von Paris wieder in den Kopf gekommen. Von den Terroristen wolle man sich aber auch mit Blick auf die EM in Belgiens Nachbarland Frankreich nicht in Furcht versetzen lassen. „Wir lassen uns jetzt erstmal von diesen Dingen nicht beeindrucken. Wir hoffen und erwarten auch, dass diese Europameisterschaft friedlich abläuft“, sagte Löw.

Und trotz der Terrorserie in Europa wollen die französischen Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2016 das Turnier nicht infrage stellen. „Das wäre eine Niederlage, damit würde man den Terroristen einen Sieg geben“, sagte Premierminister Manuel Valls am Mittwoch in einem Interview des Senders Europe 1. „Die Fußball-Europameisterschaft abzusagen oder zu verschieben hieße, diesen Feiglingen recht zu geben“, sagte Sport-Staatssekretär Thierry Braillard der Zeitung „L'Équipe“. Er glaube auch nicht, dass die UEFA als Organisatorin der EM darüber nachdenke.

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