Sicherheitsmängel: OK nennt Stadien-Studie „Panikmache“

Sicherheitsmängel
OK nennt Stadien-Studie „Panikmache“

Das Organisationskomitee (OK) der Fußball-WM geht in die Offensive: Die Sicherheitsmängel, die die Stiftung Warentest insbesondere in den Stadien in Berlin, Gelsenkirchen, Leipzig und Kaiserslautern festgestellt habe, seien gar keine. Nur bei einem kleinen Teil der Vorwürfe gestand das OK Handlungsbedarf ein.

HB FRANKFURT/MAIN. "Wir bleiben dabei, die deutschen WM-Stadien sind sicher", sagte OK-Vizepräsident Horst Schmidt am Dienstag in Frankfurt. Sein Kollege Wolfgang Niersbach erklärte, das Komitee sei offen für jeden Vorschlag, der dazu beitrage, die Rahmenbedingungen für die WM zu verbessern. "Wir wehren uns jedoch gegen unnötige Panikmache, die die Fans nur verunsichert und dem Image und Ansehen schadet", betonte er.

Die Stiftung Warentest hatte zuvor erklärt, die Stadien in Berlin, Gelsenkirchen und Leipzig wiesen fünf Monate vor der WM erhebliche Sicherheitsmängel auf. Sie könnten im Falle einer Panik zur tödlichen Falle werden, weil es keine Fluchtwege von den Rängen aufs Spielfeld gebe. In Kaiserslautern lägen wegen mangelnden Brandschutzes erhebliche Mängel vor.


  Tabelle von Stiftung Warentest: Sicherheit in deutschen Stadien

Schmidt sagte, zum Umgang mit Panikfällen in Stadien und der Anlage von Fluchtwegen gebe es schlicht unterschiedliche Auffassungen und einen Streit unter den Experten. Für die drei bemängelten Stadien lägen Sachverständigengutachten vor, die ausdrücklich Fluchtwege nach außen vorsähen, erklärte das Komitee.

Die Forderung, im Falle einer Panik den Innenraum zu öffnen, sei nach den Unglücken im Brüsseler Heysel-Stadion 1985 und im Hillsborough-Stadion von Sheffield 1989 entstanden, als auf den Stehplatzrängen Menschen gegen Zäune und Absperrungen gedrängt wurden. "Seit langem aber gibt bei internationalen Spielen keine Stehplätze mehr und auch keine Zäune zum Innenraum", erklärten die Veranstalter. Auch die Tatsache, dass viele moderne Stadien mit mehreren Stockwerken konstruiert seien, spreche gegen Fluchtwege in den Innenraum. Moderne und durch unabhängige Gutachter unterstützte Konzepte empfählen eindeutig nach außen führende Fluchtwege.

FOTOSTRECKEN DER BEMÄNGELTEN STADIEN:

 Olympia-Stadion Berlin

 Veltins-Arena Gelsenkirchen

 Fritz-Walter Kaiserslautern-Stadion

 Zentralstadion Leipzig

Zur Kritik der Stiftung Warentest an einem mangelndem Brandschutz im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern erklärten die WM-Organisatoren, man werde sie konstruktiv aufnehmen - auch, weil das Stadion noch im Bau sei. "Wenn jedoch in Dortmund bemängelt wird, dass in einem offenen Zuschauerumlauf Sprinkleranlagen fehlen, so muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass das Stadion München genau mit dieser Lösung und für die gesamte Brandschutzkonzeption mit dem Deutschen Brandschutzpreis 2005 ausgezeichnet wurde."

Zur Kritik der Stiftung Warentest an Stolperrisiken in einigen Stadien erklärte das Organisationskomitee, "in Einzelfällen" sei die Tritttiefe nicht ausreichend. Die Stadienbetreiber bemühten sich, Abhilfe zu schaffen - und zwar auch für den normalen Bundesliga-Spielbetrieb. Zu untersuchen sei auch, ob bei steilen Tribünen die Sicherheit durch zusätzliche Handläufe verbessert werden könne.

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