Sieg gegen Kaiserslautern
Duisburg im gemäßigten Pokalrausch

Zum sechsten Mal hat Zweitligist MSV Duisburg das Pokal-Halbfinale erreicht. Die Spieler genossen die tolle Atmosphäre, doch Trainer Milan Sasic beendete die Partystimmung frühzeitig.
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DuisburgDie Fans feierten den Pokal-Coup wie einen Titelgewinn, die Spieler genossen die tolle Atmosphäre, doch Trainer Milan Sasic beendete die Partystimmung frühzeitig. „Heute wird nicht gefeiert, heute wird gepflegt und dann früh geschlafen“, meinte der Coach des MSV Duisburg nach dem 2:0 im Pokal-Viertelfinale gegen den klassenhöheren 1. FC Kaiserslautern. Gleichwohl war auch der Kroate begeistert vom Auftritt seiner Zweitliga-Elf. „Das ist eine tolle Sache, in einem solchen Wettbewerb so
weit zu kommen. Für solche Momente arbeiten wir täglich“, sagte Sasic.

Knapp 23 000 Fans in der Duisburger Arena waren völlig aus dem Häuschen und feierten den ersten Halbfinaleinzug seit 13 Jahren noch lange nach dem Abpfiff. „Ich habe schon so viel erlebt, aber das ist der absolute Wahnsinn. Das gibt es nur im Fußball“, befand MSV-Profi Ivica Banovic. „Das war ein fast perfektes Spiel. Wenn wir so spielen wie heute, dann ist alles möglich“, sagte Goran Sukalo, der mit seinem Kopfballtreffer zum 2:0 (58.) den Sieg unter Dach und Fach brachte. Zuvor hatte Innenverteidiger Branimir Bajic die „Zebras“ gegen den erschreckend schwachen Erstligisten in Führung gebracht.

Damit hat der chronisch klamme Zweitligist nicht nur dank der zusätzlichen Pokal-Millionen wieder finanziellen Spielraum, sondern kann vor allem auch sportlich weiter für Furore sorgen und 13 Jahre nach dem letzten Pokalfinaleinzug wieder zu Cup-Ehren kommen. Mit ein bisschen Losglück winkt dem dreimaligen Endspielteilnehmer ein weiteres Highlight im DFB-Pokal. Dabei haben die Duisburger nur einen Wunsch für die Auslosung der nächsten Runde: „Egal, ob Heimspiel oder nicht, Hauptsache nicht gegen die
Bayern“, meinte Torschütze Bajic.

Die leidenschaftliche Vorstellung der Duisburger vor der Saison-Rekordkulisse lässt auch die Hoffnungen auf die Rückkehr in die Bundesliga wachsen. Davon wollte Sasic trotz des aussichtsreichen dritten Tabellenplatzes aber nichts wissen. „Lassen wir das Gerede vom Aufstieg, das ist kontraproduktiv“, meinte der MSV-Trainer. „Ich bin kein Träumer und kein Fantast“, sagte Sasic.

Völlig unbefriedigend war die Vorstellung der Pfälzer, die nach dem 1:5 gegen den FC Bayern München am vergangenen Wochenende überhaupt nicht ins Spiel fanden und kein Mittel gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Duisburger fanden. „Von der Willenskraft und von der Form hat uns der MSV vorgemacht, wie man spielen muss, um ins Halbfinale zu kommen. Wir haben uns ohne Gegenwehr ergeben“, sagte FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz.

Auch Trainer Marco Kurz war enttäuscht von seinem Team. „Es ist trügerisch zu sagen, wir haben schon viel erreicht durch die gute Vorrunde in der Liga. Das ist eine schwierige Situation für uns“, befand der FCK-Coach. Gründe für das schwache Auftreten konnte der Trainer nicht benennen. „Es gibt keine Erklärung. Wir waren einfach nicht tauglich für das Halbfinale.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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