Sieg über Benfica
Schalke macht den nächsten Schritt aus der Krise

Ein Sieg für die Moral und das Selbstvertrauen: Bundesliga-Fehlstarter FC Schalke 04 hat mit einem Sieg über Benfica Lissabon das ersehnte Erfolgserlebnis in der Champions League eingefahren und das königsblaue Boot wieder auf Kurs Richtung Achtelfinale gebracht. Beim insgesamt hochverdienten Erfolg zeigte das Team von Trainer Felix Magath aber immer wieder zwei Gesichter.

HB/mr GELSENKIRCHEN. Dank der Treffer des besten Schalkers Jefferson Farfan (73. Minute) und des 14-Millionen-Einkaufs Jan-Klass Huntelaar (85.), der sich mit dem vierten Tor im vierten Spiel immer mehr zur personifizierten Torgarantie für die Gelsenkirchener entwickelt, feierte der Revierclub am Mittwoch einen 2:0 (0:0)-Erfolg gegen den portugiesischen Rekordmeister. Nach dem ersten Sieg im zweiten Gruppenspiel ist die Mannschaft von Trainer Felix Magath nach dem 0:1 bei Olympique Lyon zum Auftakt nun wieder im Soll und hat gute Chancen auf die nächste Runde in der "Königsklasse".

Vor den erlösenden ersten Treffern in der neuen Saison der Königsklasse hatte der Bundesliga-Vorletzte allerdings auch Pech gehabt: Superstar Raul traf nur den Pfosten (41.), und ein reguläres Tor von Klaas-Jan Huntelaar wurde nicht anerkannt (18.). Doch nach dem geglückten Endspurt kann Schalke etwas gelöster ins nächste Champions-League-Spiel am 20. Oktober gegen Hapoel Tel Aviv gehen und holte sich den erhofften Rückenwind für die Bundesliga, in der am Samstag das Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg ansteht. Es war das erste Pflichtspiel der Schalker ohne Gegentor in dieser Saison.

"Selbstverständlich bin ich zufrieden. Ich bin hochzufrieden", kommentierte nach dem Schlusspfiff Felix Magath. "Das war eine schwere Partie, Benfica hat eine Klasse-Mannschaft. Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, aber in der zweiten Halbzeit haben wir die Kontrolle übernommen und am Ende verdient gewonnen." Der Trainer und Manager sah denn auch weitere Fortschritte bei seinem team: "So langsam wird es immer besser, so muss es weitergehen. Wir müssen jetzt unsere Pflicht erfüllen und uns in der Bundesliga langsam ins Mittelfeld vorarbeiten. Dann werden wir sehen, was noch möglich ist in dieser Saison." Auch Manuel Neuer stand die Erleichterung im Gesicht geschrieben: "Das war ein ganz wichtiger Sieg", urteilte der Torhüter und Kapitän.

Trotz unübersehbarer spielerischer Mängel und teilweise schwerer Patzer in der Abwehr ließen die Königsblauen vor 50 436 Zuschauern mit dem dritten ungeschlagenen Pflichtspiel nacheinander einen Aufwärtstrend erkennen, überzeugten am Ende durch Moral und Kampfkraft und wurden endlich wieder einmal von ihren Fans gefeiert. "Nach der langen Durststrecke war es auch für die Zuschauer ein tolles Gefühl", sagte Christoph Metzelder. "Wir haben alle gut gearbeitet und einer kämpft für den anderen."

Den besseren Start erwischten allerdings die technisch versierten Portugiesen. Gegen die erneut umgestellte Schalker Abwehr, in der Uchida rechts und Lukas Schmitz links verteidigten und Metzelder mit dem erst 18-jährigen griechischen Neuzugang Kyriakos Papdopoulos die Innenverteidigung bildete, erspielten sie sich die ersten echten Torchancen: Abwehrchef Luisao scheiterte mit einem Hackentrick am glänzend reagierenden Torhüter Manuel Neuer (7.), Javier Saviola verfehlte aus sechs Metern nur knapp das Tor (14.).

Vor allem den Schalker Defensivspielern war die Verunsicherung trotz zuletzt zweier Partien ohne Niederlage über die gesamte Spielzeit deutlich anzumerken: Insbesondere der überforderte Japaner Atsuto Uchida leistete sich so manchen Wackler und offenbarte Schwächen im Stellungsspiel. Christoph Metzelder zeigte sich zwar verbessert, aber noch weit von der Top-Form vergangener Tage entfernt. Und Joel Matip agierte häufig überhastet und mit einer viel zu hohen Fehlerquote im Abspiel. Immerhin: Papdopoulos leistet sich schon nach zwei Minuten einen katastrophalen Fehler, steigerte sich sich dann aber deutlich und agierte sehr zweikampfstark. Von der Verunsicherung seiner Vorderleute ließ sich selbst Manuel Neuer in einigen Szenen anstecken, als er nach Rückpässen gleich in mehreren Szenen Kerzen in die Luft schoss.

Seite 1:

Schalke macht den nächsten Schritt aus der Krise

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%