Skandal beim Weltfußballverband
Spaltet die Fifa auf!

Korrupte Funktionäre haben die Fifa in Verruf gebracht. Dabei arbeiten dort viele hochkompetente Spezialisten. Die sollten ihren Job künftig besser unabhängig von den Funktionären machen, meint Joachim Hofer.

MünchenSo recht weiß niemand, wie es jetzt weitergehen soll. Doch jede schwere Krise ist immer auch eine riesige Chance. Veränderungen sind auf einmal möglich, die sonst nur schwer durchzusetzen sind. Wenn es gut läuft, dann nützen die Verbände den radikalen Bruch an der Spitze, um sich jetzt selbst grundlegend zu erneuern. Denn eins ist klar: Mit ein paar kosmetischen Eingriffen ist es nicht getan.

Dass sich Top-Funktionäre die Taschen vollstopfen und völlig undurchsichtige Entscheidungen treffen, das darf es künftig nicht mehr geben. Beim Weltfußballverband Fifa nicht, und auch nicht beim europäischen Pendant, der Uefa.

Die Selbstbedienungsmentalität der obersten Fußballfunktionäre ist die größte Katastrophe in den Verbänden. Angesichts der vielen Affären geht aber eins oft unter: Sowohl bei der Fifa als auch bei der Uefa gibt es zahllose Mitarbeiter, die ihr Handwerk ausgezeichnet verstehen. Dank dieser Spezialisten sind die Fußball-Weltmeisterschaften – und in kleinerem Rahmen die Europameisterschaften – zu solch unglaublich attraktiven Events aufgestiegen.

Es liegt daher nahe, Fifa und Uefa aufzuspalten. Auf der einen Seite der Verband, in dem die Mitglieder aus aller Welt vertreten sind. Auf der anderen Seite eine Firma, die sich um die kommerziellen Belange kümmert, also vor allem um die Vermarktung der Welt- und Europameisterschaften. Die müsste nach allen Standards guter Unternehmensführung arbeiten.

Der Vorteil: Die Funktionäre wären nur noch Aufseher über die Vermarkter und hätten keinen direkten Zugriff mehr auf TV-Rechte oder andere Vermögenswerte. Die Vertreter der einzelnen Nationalverbände könnten sich dann im restlichen Teil von Fifa und Uefa ganz den wesentlichen Dingen widmen: Grundsatzfragen des Sports und der Wahl der Ausrichterländer der Welt- und Europameisterschaften.

Dass eine solche Trennung von Kommerz und Sport funktionieren kann, zeigt der deutsche Fußball: In der Deutschen Fußball-Liga haben sich die Profiklubs zusammengeschlossen: Hauptaufgabe der DFL ist es, die Medienrechte ebenso transparent wie professionell zu vermarkten. Der Deutsche Fußball-Bund vertritt demgegenüber die Nationalmannschaft und die Amateure.

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