Skandinavier geben sich selbstbewußt
Schwedische Kampfansage an die Klinsmänner

Während die deutsche Nationalmannschaft glücklich ist gegen Schweden und nicht England antreten zu müssen, haben die skandinavische Presse und Coach Lars Lagerbäck bereits Kampfansagen in Richtung DFB-Elf ausgegeben.

Stellvertretend für das schwedische Nationalteam hat die skandinavische Presse eine Kampfansage ausgegeben: "Wir werden Euch die Party verderben", titelte die schwedische Tageszeitung Aftonbladet mit Blick auf das Achtelfinalspiel gegen den WM-Gastgeber am Samstag (17.00 Uhr/live im ZDF) in München. Die Kampfansage an die DFB-Elf wurde sogar extra in Deutsch verfasst: "Achtung Deutschland! Die Könige aus dem Norden greifen an."

Während die Zeitungen für die eher martialischen Töne verantwortlich sind, formuliert es Schweden-Coach Lars Lagerbäck subtiler: "Wenn die Deutschen glauben, sie hätten im Vergleich zu England den leichteren Gegner erwischt, werden sie sich wundern. Wir sind mindestens genauso gut wie England."

Tatsächlich scheinen sich die Skandinavier rechtzeitig zum Beginn der K.o.-Runde von einer monatelangen Schwächeperiode erholt zu haben. "Die zweite Halbzeit gegen England war das Beste, was wir hier bislang gespielt haben. Auch wenn ich mit den vorherigen Auftritten nicht unzufrieden war", erklärt Lagerbäck. Dagegen habe ihn das deutsche Team nicht übermäßig beeindruckt: "Sie haben eine stabile Mannschaft. Aber sie hatten bislang auch nicht die stärksten Gegner."

Das soll sich nach dem Willen der Schweden am Samstag ändern. Im vierten WM-Duell gegen Deutschland (nach 1934/1:2, 1958/3:1 und 1974/2:4) soll wieder mal ein Sieg her. Und dabei kann Lagerbäck aus dem Vollen schöpfen. Denn auch der letzte bislang noch angeschlagene Spieler, Torjäger Zlatan Ibrahimovic (Adduktorenzerrung), wird wohl einsatzbereit sein.

Lagerbäck hält sich bei dieser Personalie noch bedeckt: "Wir müssen bei Zlatan noch etwas abwarten". Allerdings war bereits zu beobachten, dass der Angreifer von Juventus Turin, der in 40 Länderspielen 18 Tore erzielt hat, beim Training schon wieder topfit wirkte: kraftvolle Sprints, satte Distanzschüsse und spektakuläre Seitfallzieher - nach Problemen mit der Leiste sah das nicht aus.

Getroffen haben die Nordeuropäer zuletzt sogar besser ohne ihren Stürmerstar. Ausgerechnet als Ibrahimovic in der zweiten Halbzeit des Paraguay-Spiels (1:0) und gegen England (2:2) auf der Bank saß, fielen endlich die Tore, auf die die Fans der "Tre Kronor" lange hatten warten müssen. Fredrik Ljungberg, Marcus Allbäck und Henrik Larsson unterstrichen mit ihren Treffern, dass Schwedens Offensive keineswegs von ihrem Toptorjäger abhängig ist.

Dass ihnen in den bislang acht Spielen dieses Jahres lediglich ein Sieg gelang ist dabei nur die halbe Wahrheit. Denn geschlagen geben mussten sie sich auch nur einmal, Anfang März beim 0:3 in Irland. Und den Druck sieht Lagerbäck klar bei Deutschland. "Es ist sicher nicht leicht, bei dieser großen Erwartungshaltung zu Hause zu spielen."

Außerdem fühlen sich auch die Schweden nach knapp drei Wochen in Bremen schon fast heimisch. Ihr Interims-Domizil im Park Hotel der Hansestadt würden sie deshalb auch ungern am Samstag räumen. Dort genießen sie die Abgeschiedenheit, in die sich kaum einmal ein Fan verirrt, das Training abseits des ansonsten herrschenden WM-Trubels und die deutsche Gastfreundschaft. Lagerbäck: "Die Leute im Hotel sind sehr nett zu uns. Daran hat sich auch nichts geändert, seit wir der nächste deutsche Gegner sind."

© SID

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