Skispringen National
Pfüller: "Situation im Skispringen ändern"

Vor der am Sonntag beginnenden Vierschanzentournee äußert sich Thomas Pfüller im Interview zur Situation im deutschen Skispringen. "Ich erwarte eine Leistungsentwicklung in der nächsten Woche", so der DSV-Sportdirektor.

Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) äußert sich Thomas Pfüller, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes, zur aktuellen Situation im deutschen Skisprung-Team vor der 56. Vierschanzentournee, die am Sonntag mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf beginnt.

sid: "Thomas Pfüller, die Situation vor der Vierschanzentournee ist so kompliziert wie selten zuvor. Was erwarten Sie von den Springern?"

Thomas Pfüller: "Ich erwarte eine Leistungsentwicklung in der nächsten Woche. Wir werden bei der Tournee sicher keine Bäume ausreißen, aber die letzten Ergebnisse vor Weihnachten haben gezeigt, dass wir in der Breite recht gut aufgestellt sind. Dann brauchen wir - und hier greife ich etwas auf, was Dieter Thoma gesagt hat - noch eine Initialzündung, um die Erfolge zu feiern, die man von einer Skisprungnation wie Deutschland einfach erwarten muss."

sid: "Wird die Initialzündung die von Thoma geforderte Neubesetzung der Bundestrainer-Stelle sein?"

Pfüller: "Ich denke Tag und Nacht an das Skispringen und habe in der vergangenen Woche viele Gespräche mit Trainern und Athleten geführt. Wir müssen das eine oder andere ändern, ich weiß nur noch nicht zu 100 Prozent was. Wir müssen Trainer und Athleten wieder zusammenführen. Dann sind es noch zwei Jahre bis Olympia, dort muss es dann klappen."

sid: "Bringt die Jobgarantie für Peter Rohwein nur für die Tournee zusätzliche Unruhe ins Team?"

Pfüller: "Peter weiß so gut wie ich, in was für einer schwierigen Lage wir sind. Das ist kein zusätzlicher Druck für ihn. Wir müssen die Situation im Skispringen ändern. Wir können uns nicht mit einer Position unter den Top Ten zufriedengeben. Wir müssen Podiumsplätze und Medaillen erringen."

sid: "Und wenn es die bei der Tournee nicht gibt ..."

Pfüller: "Wenn keine Leistungen erreicht werden, zwingt uns das Ergebnis automatisch, uns nach der Tournee zusammenzusetzen. Die Tournee wird es zeigen."

sid: "Martin Schmitt musste zuletzt im Continentalcup springen ..."

Pfüller: "Das war mit Peter Rohwein so abgesprochen. Bei Springern, die einst Weltspitze waren, können wir nicht mit einem 22. Platz zufrieden sein. Dann haben sie ihr Startrecht verspielt und müssen Jüngeren Platz machen, auch wenn die noch nicht ganz so weit sind. Wir haben bei den ersten zwei Springen zwölf Athleten am Start. Wir werden knallharte Platzierungs-Kriterien haben, die die Älteren zu erfüllen haben. Sonst gehen sie nicht mit zu den Springen nach Österreich."

sid: "Aber im Nachwuchs gibt es ja auch große Probleme. Muss man nicht das ganze System im deutschen Skispringen ändern?"

Pfüller: "Wir müssen nicht das ganze System ändern. Was wir brauchen, ist ein Miteinander der Trainer. Das kann ich derzeit leider nicht erkennen."

sid: "Haben Sie schon Gespräche mit möglichen ausländischen Kandidaten für den Bundestrainer-Posten geführt?"

Pfüller: "Es gab nur belanglose Gespräche. Innerhalb einer Saison sollte man keine echten Personalgespräche mit Trainern aus anderen Nationen führen. Wenn man so etwas plant, kann man sich gegen Ende der Saison verständigen."

© SID

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