Sky, ARD und Co.
TV-Poker steht vor der Entscheidung

Am Donnerstag ist Stichtag, die DFL gibt die Ergebnisse der großen TV-Rechte-Auktion bekannt. Sky und die ARD könnten die großen Verlierer sein, die Fußballfans die Gewinner. Sky klagt derweil gegen die neuen Vorgaben.

HannoverDas Wettbieten ist bereits beendet, das Ergebnis aber noch offen. Am Donnerstag wird der Milliarden-Poker der Fußball-Bundesliga endgültig entschieden. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) will nach dem Ende der geheimen Auktionsphase und der Mitgliederversammlung in Frankfurt wieder ein Rekordergebnis verkünden.

Bis zu sechs Milliarden Euro möchte die Fußball-Bundesliga in vier Jahren für ihre Medienrechte kassieren, um mit den anderen großen Ligen in Europa mithalten zu können. „Der Profifußball benötigt viel Geld“, sagte Christian Seifert, der als DFL-Geschäftsführer ein kompliziertes Konstrukt und ein eigenwilliges Prozedere entwickelt hat.

Seifert hatte mit einem kleinen Kreis von Kollegen die DFL-Zentrale in Frankfurt verlassen, um an einem geheimen Ort seit dem 30. Mai das Auktionsverfahren durchzuführen. Bis zum Montag konnten Medienunternehmen in mehreren Phasen über gesicherte Internet-Leitungen für insgesamt 17 Rechtepakete der Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 bieten.

Die DFL hatte zuvor für jedes Paket einen vertraulichen Mindestpreis festgesetzt, den außer dem kleinen Team um Seifert nur das Kartellamt kennt. Lag ein Angebot über dem Fixum und zudem 20 Prozent über dem zweihöchsten Gebot, erhielt der Bieter sofort den Zuschlag. Für die hochwertigen Live-Pakete gab es noch eine zweite Runde.

Die letzten offen Fragen klären am Donnerstag der Ligavorstand und die Mitgliederversammlung. Anschließend wird es glückliche, aber auch lange Gesichter geben. Am meisten zu verlieren haben Sky und ARD, die dank der alten Verträge noch für die nächste Saison die wichtigsten Rechte im Pay- und Free-TV besitzen.

Seifert hat mit der „komplexen Ausschreibung“ in Absprache mit dem Kartellamt vor allem Sky unter Druck gesetzt. Der Pay-TV-Anbieter soll noch mehr Geld in die Kassen spülen. In der kommenden Saison gibt es 673 Millionen Euro aus dem deutschen Markt, wovon Sky rund 80 Prozent zahlt - das soll deutlich getoppt werden. Dass es wie in der englischen Premier League 2,3 Milliarden Euro pro Saison aus dem Inlands-Markt gibt, hält aber auch Seifert für utopisch.

Die Liga schüttet 2016/17 weitere 162 Millionen Euro aus der internationalen Vermarktung aus, insgesamt also 835 Millionen. Die offizielle Zielmarge von Seifert für die zukünftigen Gesamteinnahmen liegt bei 1,1 bis 1,5 Milliarden pro Spielzeit.

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