Slomkas Vertrag überraschend bereits verlängert
Schalke steht einstimmig zum Trainer

dpa GELSENKIRCHEN. Nach dem erneuten Rückschlag im Kampf um Platz drei musste Trainer Mirko Slomka eine Nacht um seine Zukunft als Cheftrainer des FC Schalke 04 bangen.

Am Morgen nach dem enttäuschenden 1:1 beim abstiegsbedrohten MSV Duisburg war der 38-Jährige „schon etwas aus dem Häuschen“: Der Vorstand des Fußball-Bundesligisten schenkte ihm einstimmig das Vertrauen und verlängert den Vertrag mit dem Nachfolger von Ralf Rangnick vorzeitig bis 30. Juni 2007. „Wir sind von Mirkos Arbeit zu 100 Prozent überzeugt. Daher mussten wir auch nicht mehr bis zum 34. Spieltag warten“ begründete Manager Rudi Assauer den Eil-Beschluss.

Ausgemacht war etwas anderes: Der Vertrag hätte sich erst dann automatisch verlängert, wenn die Schalker Profis von Slomka bis zum Saisonende auf einen Champions-League-Platz geführt worden wären. Das 1:1 von Duisburg war auf diesem Weg ein Rückschlag, dem der Paukenschlag folgte: „Wir messen Mirkos Arbeit nicht allein am Platz in der Abschlusstabelle. Wenn man nämlich sieht, wie hervorragend Mirko mit der Mannschaft zusammenarbeitet und wie groß der Respekt ist, den ihm die Spieler entgegen bringen, dann konnte es nur diese Entscheidung geben“, erklärte Teammanager Andreas Müller.

Das gelte selbst bei einem Verfehlen des Saisonziels, sagte Müller. Denn bereits der Einzug in das Halbfinale des Uefa-Pokals sei „ein riesiger Erfolg“, den man Slomka zuschiebt. Der Coach hatte „zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht“ mit der Vertragsverlängerung gerechnet, „zumal wir in der Bundesliga gerade ein kleines Tal durchschreiten“. Slomka: „Es freut mich ungemein und es ehrt mich, dass mir dieser Vertrauensbeweis zuteil wurde.“ Erst am 3. Januar hatte er den Auftrag bekommen, die Mannschaft als Chefcoach zu betreuen.

Noch am Abend zuvor hatte Müller gewettert: „Mit dieser Leistung haben wir in der Champions League nichts zu suchen. Jetzt wird es eng, um nicht zu sagen aussichtslos.“ Doch schon zu diesem Zeitpunkt gab es Andeutungen, dass Slomka im Grunde gar nichts zu befürchten hatte. Denn er habe „bis zum heutigen Tag hervorragende Arbeit geliefert“, so Müller, der da allerdings noch darauf verwies, dass der Club erst nach Saisonende eine Entscheidung treffen würde.

Slomka machte aus seiner Enttäuschung über die schwache Leistung seines Teams zunächst keinen Hehl. „Es ärgert mich, dass wir eine unsichere Mannschaft nicht in größere Schwierigkeiten bringen konnten. Jetzt muss schon etwas Überraschendes passieren, wenn wir den Anschluss noch schaffen wollen.“ Bis zur 85. Minute musste er warten, ehe Sören Larsen mit seinem neunten Saisontreffer das 1:1 markierte. Zuvor hatte Larsens Landsmann Christian Poulsen per Eigentor das 1:0 für Duisburg erzielt.

Beim MSV Duisburg, der nach dem vergebenen Sieg bereits mit einem Bein in der 2. Liga steht, herrscht nach dem Trainerwechsel von Jürgen Kohler zu Interimscoach Heiko Scholz trotz allem Zuversicht. „Wir müssen damit leben und weiter kämpfen. Die Mannschaft lebt und ist gut drauf“, befand MSV-Chef Walter Hellmich. „Und wenn es nicht klappt, schütteln wir uns einmal und steigen im Jahr drauf wieder auf.“ Pech hatten die „Zebras“, als Fifa-Schiedsrichter Franz-Xaver Wack einem regulären Treffer von Klemen Lavric zum 2:0 die Anerkennung verweigerte. „Das war natürlich bitter für die Truppe, aber mir ist vor den restlichen fünf Spielen nicht bange“, sagte Scholz.

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