Snapchat in der Bundesliga
Vorgetäuschte Nähe im Fußball

Das soziale Netzwerk Snapchat erobert die Bundesliga. Neun Klubs und viele Stars ködern Fans beinahe täglich mit Bildern und Mini-Videos. Doch viele Snaps sind schwer verständlich oder langweilig. Ein Kommentar.

DüsseldorfDie sozialen Netzwerke machen es möglich. Fans können die Stars der eigenen Mannschaft inzwischen rund um die Uhr anschauen und verfolgen. Vor allem Snapchat, eine rasant wachsende App, eignet sich dafür gut. Inzwischen wird sie bereits von neun Bundesligavereinen und auch einigen Zweitligaklubs im Alltag regelmäßig genutzt. 

Fans müssen nun nicht mehr zum Trainingsgelände ihres Vereins pilgern, um einen Blick auf ihre Lieblingsfußballer zu erhaschen. Über Snapchat kann man ein paar Bilder oder Videos anschauen, wann immer man gerade Zeit hat. Wirklich viel zu sehen gibt es jedoch selten. Oft können nur eingefleischte Fans erkennen, wer gerade abgebildet wird. 

Das Problem: Die Fußballstars wissen wohl, dass sie vor, während und nach dem Training mit einem Handy gefilmt werden, doch sie ignorieren das häufig so gut, wie es eben geht. Der vereinseigene Snapchat-Filmer wiederum traut sich in der Regel nicht – persönlich oder mit seinem Kamera-Zoom – nah genug heranzugehen.

Oft rätseln Zuschauer daher, was denn gerade passiert auf und neben dem Platz. Überdies fehlen mitunter Erklärungen in den einzelnen Snaps, obwohl gerade Snapchat dafür eine Fülle von Möglichkeiten bietet. Fazit: Die Vereine täuschen über die neue App eine neue Nähe zu den Stars vor, die tatsächlich nur selten erreicht wird. 

Es gibt allerdings positive Ausnahmen inmitten der Bilderflut: Etwa wenn über Snapchat gezielt ein wichtiger Transfer eines Spielers mitgeteilt wird. Oder der Snapchat-Autor bei der Vertragsunterzeichnung des Kickers dabei sein darf. Gelegentlich machen sich die Vereinsautoren auch Gedanken, was sie ihren Fans denn eigentlich erzählen wollen. 

Da es solche Geschichten auch in großen Fußballklubs jedoch nicht immer gibt und die Vereine dennoch etwas liefern wollen, überfluten sie die Zuschauer mit schnell gemachten Aufnahmen aus dem Trainingsalltag. Das wirkt auf Dauer ermüdend und sollte überdacht werden – im eigenen Sinne.

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