Social Media
Fußball entdeckt Web 2.0 als Geschäftsmodell

Mit Facebook lässt sich Geld verdienen - auch im Fußball. Egal ob Fan oder Verein, hohe Popularität bedeutet Profit. Gerade die Klubs entdecken Social Media als Einnahmequelle und setzten auch auf eigene Plattformen.
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KölnDer Fußball-Bundesligist 1. FC Köln belohnt treue Fans – leider nicht immer mit tollen Leistungen, wie das 1:6 gegen Borussia Dortmund vom vergangenen Wochenende gezeigt hat, aber mit der Aussicht auf vergünstigte Tickets: Der FC hat beim Anbieter des sozialen Netzwerks Foursquare seine Spielstätte, das Rhein-Energie-Stadion, hinterlegt. So sehen alle Foursquare-Nutzer, welche der eigenen Bekannten sich ebenfalls dort aufhalten. Das macht es leichter, sich beim Spiel zu verabreden. Einige hundert Anhänger nutzen den Dienst bereits. Der FC erhält dadurch einen Überblick, wie oft welcher Fan ins Stadion kommt.

Das neue Wissen soll sich für beide Seiten lohnen: „Wir überlegen, für Foursquare-User ab der nächsten Saison Rabatte auf die Resttickets an der Tageskasse zu gewähren“, sagt Maurice Sonneveld, beim FC zuständig für neue Medien. So wird das Stadion besser ausgelastet und die Vereinskasse gefüllt. Nicht nur dadurch profitieren die Geißböcke: „Unsere Sponsoren erwarten ein strategisches Marketing in den sozialen Netzwerken. Klubs, die das bieten, haben in den Verhandlungen mit Geldgebern bessere Karten“, sagt Sonneveld.

Bislang haben Vereine der Fußball-Bundesliga in sozialen Netzwerken zwar fleißig ihr Image gepflegt und den Dialog mit den Fans gesucht. Die Vertriebschancen der neuen Kanäle entdecken sie erst jetzt – ob durch Rabattaktionen, personalisiertes Marketing oder etwa das eigene soziale Netzwerk: „Die Vereine haben für Social Media Geld ausgegeben. Jetzt beginnen sie, ihre Aktivitäten in bare Münze umzuwandeln”, sagt Karl-Heinz Land, Leiter der Geschäftsentwicklung soziale Netzwerke bei Microstrategy, einem weltweiten Anbieter von Business-Intelligence-Software.

Oft sind die jahrelang erhobenen Daten aus den Netzwerken der Schlüssel zu neuen Erlösmodellen. In der vergangenen Woche hat der FC Barcelona weltweit seine Anwendung „FCB Alert“ in Facebook freigeschaltet. Bei dieser Anwendung geben User dem spanischen Klub ihre beim Netzwerk hinterlegten Daten frei. Die Inhalte von „FCB Alert“ lassen sich dann genau an die Persönlichkeitsmerkmale der User anpassen. So werden zum Beispiel in Norditalien lebende Barca-Fans in ihrer Landessprache mit Details über das bevorstehende Gastspiel der Katalanen beim AC Mailand informiert. Alle anderen rund 28 Millionen Facebook-Fans von Barca erhalten diese Infos nicht.

Alert-User müssen zudem nun nicht mehr den kompletten Merchandising-Katalog des Klubs durchblättern. Sie erhalten mit „FCB Alert“ nur die Seiten oder Angebote , die für sie von Belang sind - wahlweise als E-Mail oder SMS. „FCB-Alert“ erlaubt es uns, Informationen nur dort an den Kunden heranzutragen, wo sie gewünscht sind. Herkömmliche Werbung ist oft lästig und der Streuverlust ist größer“, sagt Land von Microstrategy. Das Unternehmen hat „Alert“ programmiert. Barca sei der erste Klub, der das System nutzt. „Die Anwendung wird aber auch in der Bundesliga kommen“, sagt er.

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