Sorgen vor der WM 2014
Brasiliens Gustavo fordert mehr Sicherheit

Vor der Fußballparty steigen die Sorgen um die Sicherheitslage im Gastgeberland. Brasiliens Nationalspieler Luiz Gustavo hat Verständnis für die Demonstranten. Er kennt die Probleme, hofft aber auf ein friedliches Fest.
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WolfsburgBrasiliens Nationalspieler Luiz Gustavo zeigt vor der Heim-WM Verständnis für die Sorgen seiner Landsleute und die Probleme in seiner Heimat. „Ich kann die Leute auf der Straße verstehen. Brasilien braucht mehr Sicherheit, auch die Gesundheitsversorgung ist vielerorts schlecht“, sagte der Mittelfeldspieler in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Im vergangenen Jahr war es während des Confederations Cup zu Ausschreitungen gekommen. Zahlreiche Menschen hatten auf der Straße gegen Korruption, Misswirtschaft und hohe Preise protestiert.

Trotzdem setzt der 26-Jährige vor seiner ersten Weltmeisterschaft auf die Fußballbegeisterung der rund 200 Millionen Brasilianer: „Wir brauchen das ganze Land, und das wissen die Leute auch. Daher werden sie uns unterstützen.“ Er ist überzeugt, mit Unterstützung der Fans den goldenen Siegerpokal gewinnen zu können. „Wir werden bis zum Finale dabei sein und dann, wenn Gott will, auch Weltmeister werden“, betonte der Bundesliga-Akteur des VfL Wolfsburg.

Dass die Erwartungshaltung in seiner fußballverrückten Heimat riesig ist und alles andere als der Titel für die meisten Fans eine große Enttäuschung wäre, wertet er als zusätzliche Motivation: „Das ist positiver Druck. Wir werden versuchen, die Leute mitzunehmen und ihre positive Energie für uns zu nutzen.“

Das gestiegene Selbstbewusstsein der „Selecão“ hängt vor allem mit dem Gewinn des Confederations Cup im vergangen Jahr zusammen – und für Gustavo auch mit Trainer Luiz Felipe Scolari: „Er weiß ganz genau, worauf es bei Weltmeisterschaften ankommt. In schwierigen Situationen kennt er Lösungen, die nur ein großer Trainer wie er kennen kann.“

Zudem sei das Mannschaftsgefüge deutlich ausgeglichener als bei den vergangenen Turnieren. „Früher hatten wir Topstars wie Ronaldo, Romario oder Ronaldinho. Heute ist das anders. Bei uns gibt es keine Individualisten, das Team steht über allem“, betonte er: „Das ist der simple Unterschied zu früher.“

Die Meinung von einigen Europäern, die den südamerikanischen Teams Vorteile wegen der klimatischen Bedingungen einräumen, teilt Gustavo nicht. „Ich glaube, dass alle Mannschaften Probleme mit den Klima haben könnten - auch Brasilien. Zwar kennen ich und meine Mitspieler die Bedingungen, doch fast alle Spieler unserer Mannschaft spielen in Europa“, sagte der Profi.

Neben der großen Unterstützung durch seine Landsleute sieht er stattdessen einen anderen Vorteil - das Essen. Gustavos Lieblingsgericht? „Reis mit Bohnen, das ist das brasilianische Nationalgericht. Das gibt es in Deutschland leider nicht, zumindest nicht die spezielle brasilianische Zubereitung“, sagte der VfL-Spieler. Und fügte mit grinsender Miene an: „Umso besser, dass die WM in Brasilien stattfindet.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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