Souveräner Sieg der Brasilianer
Ronaldo schießt Japan nach Hause

Nur ein Sieg sollte für die Japaner im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien zählen. Doch die quirligen Asiaten scheiterten vor allem an der eigenen Schwäche vor dem gegnerischen Tor. Die Wiederauferstehung des totgeglaubten Wunderstürmers Ronaldo sorgte für ein asiatisches Debakel.

DORTMUND. Der japanischen Fußballnationalmannschaft fehlte vor dem letzten Gruppenspiel gestern Abend gegen Brasilien vor allem eines: Ein erfolgreicher Torjäger. Da wirbelten die Spieler von Trainer Zico - selbst ein Brasilianer - über den Platz, spielten manch einen Gegner schwindlig. Doch vor dem Tor gelang ihnen fast nichts. Ein mageres Törchen in zwei Spielen hatten sie erzielt. Dabei hatten sie besonders im Spiel gegen Kroatien Chancen en Masse. Atsushi Yanagisawa von den Kashima Antlers brachte etwa das Kunststück fertig, den Ball am leeren Tor vorbeizuschießen, was Japan-Experte und Trainer Pierre Littbarski zu dem zornigen Kommentar trieb: "Den hätte Rudi Völler mit einem Gips reingemacht!"

Ausgerechnet gegen Brasilien musste sich das ändern, denn die Japaner brauchten einen Sieg, wollten sie doch noch in das Achtelfinale einziehen. Und ausgerechnet gegen Brasilien gingen die Asiaten in Führung. Die Japaner, die sich in den beiden Spielen zu vor so schwer getan hatten, ein Tor zu erzielen, brachten den Brasilianern das erste Gegentor bei.

Deren Verteidiger hatten aber auch kräftig Schützenhilfe geleistet. Sie griffen Alessandro "Alex" Santos von den Urawa Reds nicht richtig an. Der passte im richtigen Moment auf Stürmer Keji Tamada von den Nagoya Grampus Eight, der mit seinem Schuss aus acht Metern unter die Latte Torwart Dida (AC Milan) keine Chance ließ. Da war sie, die heiß ersehnte Führung für die Japaner. Und die japanischen Fans unter den 65000 Zuschauern im ausverkauften ehemaligen Dortmunder Westfalenstadion kreischten sich die Seele aus dem Leib vor Glück.

Doch im Fußball gibt es genau so viele Wunder wie im richtigen Leben: Keine. Es war also kein Wunder, dass die runderneuerte brasilianische Mannschaft - Weltmeistertrainer Carlos Alberto Parreira hatte fünf Stammspielern eine Pause gegönnt - noch vor der Pause ausglich und am Ende mit 3:1 (1:1) gewann. Es war schlichtweg verdient. Denn die Brasilianer spielten anders als in den ersten beiden Partien gegen Kroatien und Australien deutlich engagierter, bewegten sich mehr und setzten die Japaner stark unter Druck. Bis zur- glücklichen - Führung hatten die Asiaten keine einzige Torchance herausgespielt, die Brasilianer derer viele. Doch Torhüter Kawaguchi, der schon gegen Kroatien einen Elfmeter parierte, klärte bis zum Ende der Halbzeit eine ganze Reihe gefährlicher Situationen bravourös.

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