Später Punkt für Gladbach
Dante zieht Bremen zurück in den Keller

Mönchengladbachs Dante hat Werder Bremen in letzter Minute doch wieder tief in den Abstiegskampf gezogen. Der Abwehrspieler traf in der Nachspielzeit per Kopf und rettete den Borussen den Punkt und die Hoffnung.
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BremenBorussia Mönchengladbach hat im Kellerduell bei Werder Bremen mit einem Last-Minute-Tor durch Abwehrspieler Dante (90.+2) noch einen Punkt ergattert. Der fünfmalige deutsche Meister erkämpfte sich ein 1:1 (0:1) und zeigte Moral im Kampf um den Klassenerhalt. Sandro Wagner (39.) erzielte den Treffer zum 1:0 der Bremer. Der Tabellenletzte vom Niederrhein erhöhte sein Punktekonto auf 23, schwebt allerdings weiter in höchster Abstiegsgefahr. Die Schlussoffensive der Gäste wurde aber belohnt. Werder hat jetzt 29 Zähler verbucht.

Bremens Trainer Thomas Schaaf war nach Schlusspfiff sichtlich enttäuscht: "Man fühlt sich jetzt, als ob man uns was weggenommen hat. Wir haben versäumt, den Sack zuzumachen." Gleichzeitig kritisierte er sein Team: "In den letzten Minuten haben wir viel zu viel auf
Risiko gespielt." Sein Kollege Lucien Favre freute sich über den unverhofften Zähler: "Die Mannschaft hat viel Charakter gezeigt. Es war nicht einfach, heute einen Punkt zu holen."

Das Spiel begann wie einige andere mit einer Schweigeminute für die Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Japan. Danach aber wurde es um so lauter im mit 40.500 Zuschauern ausverkauften Weserstadion. Die Bremer Fans feuerten ihre Mannschaft im Abstiegskampf ununterbrochen an. "Zerreißt euch für Grün-Weiß", hatten sie auf ein großes Plakat geschrieben.

Werder übernahm vom Anpfiff an das Kommando und drückte die Gäste konsequent in die Defensive. Der Elf von Trainer Thomas Schaaf war keinerlei Verunsicherung anzumerken, der Auswärtssieg in der Vorwoche in Freiburg hatte nach dem Unentschieden gegen Leverkusen davor zusätzliches Selbstvertrauen gebracht. Der Führungstreffer schien angesichts der einseitigen Anfangsphase nur eine Frage der Zeit.

Tatsächlich verhinderte allein Torwart Logan Bailly einen schnellen Rückstand für das Schlusslicht. Der Belgier lenkte bereits in der 3. Minute einen Kopfball von Wagner nach einer Flanke von Mikael Silvestre mit einem Blitzreflex an den Pfosten.  Tim Borowski (14.) geriet bei einer guten Einschussmöglichkeit aus 16. Metern in Rücklage und schoss über das Tor.

In der 34. Minute war dann erneut Bailly gegen Florian Trinks zur Stelle, der von Schaaf bis zur 58. Minute den Vorzug als Regisseur gegenüber Marko Marin erhalten hatte. Gegen den gegen seine Laufrichtung gezielten Flugkopfball von Wagner nach Flanke von Claudio Pizarro war dann aber auch der starke Gladbacher Schlussmann chancenlos.

Schon vor der Pause hätte es die Vorentscheidung geben können. Borowski traf aus spitzem Winkel aber nur die Unterkante der Latte, der Ball prallte vor der Torlinie auf.  Nach dem Seitenwechsel bestürmten die Norddeutschen das Gästetor zunächst nicht mehr ganz so druckvoll und ließen die Gladbacher dadurch besser ins Spiel kommen. Angesichts des knappen Vorsprungs gingen die Gastgeber nicht mehr volles Risiko und wirkten fast ein wenig ängstlich. Marko Arnautovic (89.) traf den Außenpfosten.

Ernsthaft gefährden konnte Mönchengladbach das Tor von Tim Wiese zunächst aber nicht. Erst in der 62. Minute zielte Roman Neustädter beim ersten ernsthaften Gladbacher Torschuss zu hoch. Trainer Lucien Favre brachte anschließend Stürmer Mike Hanke, um vielleicht doch noch einen glücklichen Punkt zu ergattern.

Agentur
sid 
SID Sport-Informations-Dienst GmbH / Nachrichtenagentur

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