Spanien
Dopingverdacht gegen Real Madrid und Barcelona

Auch spanische Fußballclubs sollen die Dienste des berüchtigten Dopingarztes Eufemiano Fuentes genutzt haben. Nach einem Bericht der französischen Zeitung „Le Monde“ enthalten Unterlagen des Mediziners auch die Trainingspläne von Fußballern des FC Barcelona und Real Madrids.

Der Mediziner habe dort handschriftlich Codes eingetragen, die nach den Ermittlungen der spanischen Polizei für bestimmte Dopingverfahren und -mittel stehen. Neben dem spanischen Rekordmeister und dem Champions-League-Sieger brachte das Blatt auch die Erstligisten FC Valencia und Betis Sevilla mit dem Arzt in Verbindung.

Die Vereine dementierten den Bericht. „Der FC Barcelona weist die Behauptungen energisch zurück“, erklärte der spanische Meister. „Zur Wahrung seiner Interessen behält der Club sich rechtliche Schritte vor.“ Reals Torjäger Ronaldo betonte: „Ich kenne den Arzt nicht einmal vom Hörensagen. Wir haben nichts zu verbergen. Wir unterziehen uns hier allen anstehenden Dopingkontrollen.“

Fuentes stand nach Ermittlungen der Polizei im Zentrum eines Doping-Netzwerks, das vor gut einem halben Jahr bei der „Operación Puerto“ (Operation Bergpass) aufgedeckt worden war. Dabei waren 58 Radprofis, darunter Jan Ullrich und der Giro-Sieger Ivan Basso, in Dopingverdacht geraten.

„Le Monde“ beruft sich in dem Bericht auf Unterlagen, die der Polizei unbekannt seien. Die Ermittler hätten damals nur die Praxis von Fuentes in Madrid, nicht aber dessen Residenz auf Gran Canaria durchsucht, schreibt das Blatt. Die Polizei befinde sich nur im Besitz eines kleinen Teil der Patientendateien von Fuentes.

Real Madrid und der FC Barcelona hätten nicht direkt mit dem Mediziner Kontakt gehabt. Fuentes habe seine Anweisungen an die Mannschaftsärzte weitergegeben, schreibt die Zeitung. In einzelnen Fällen hätten allerdings auch Fußballer den Arzt aufgesucht.

Der spanische Ex-Radprofi Jesús Manzano, der 2004 über Doping-Praktiken im Radsport berichtet hatte, sagte „Le Monde“, er sei in der Praxis von Fuentes einem Fußballer von Real Madrid begegnet. Er nannte aber nicht den Namen.

Fuentes selbst sagte der Zeitung: „Ich habe für Clubs der ersten und der zweiten Liga gearbeitet, für mehrere Vereine gleichzeitig.“ Auf die Frage, ob er für Real und Barça gearbeitet habe, erklärte der Arzt: „Das kann ich nicht beantworten. Man hat mir mit dem Tod gedroht."

Der Mediziner betonte, dass er nie behauptet habe, nur Radsportler behandelt zu haben. „Ich hatte Leichtathleten, Tennisspieler, Fußballer, Handballer, Boxer und andere Sportler als Patienten.“ Dass in den Ermittlungsakten der Polizei nur Radprofis auftauchten, sei vermutlich damit zu erklären, dass der Radsport nicht so eine starke Lobby habe wie der Fußball.

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