Spanien, England, Russland
Schlammschlacht zwischen WM-Bewerbern 2018

Spanier gegen Engländer, Engländer gegen Russen und Russen gegen Engländer: Gut einen Monat vor der Entscheidung über die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ist zwischen den Bewerbern eine offene Schlammschlacht ausgebrochen.
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dpa MADRID. Spanier und Portugiesen beschuldigten die Engländer, die gemeinsame Kandidatur der iberischen Staaten in Misskredit bringen zu wollen. Die Briten hätten gezielt Berichte über eine angebliche illegale Absprache Spaniens und Portugals mit Katar in Umlauf gebracht, sagte der Generaldirektor der iberischen Kandidatur, Miguel Angel López, der Nachrichtenagentur dpa in Madrid.

"Welch ein Zufall, dass all diese Berichte aus England kommen!", erklärte der Spanier. Er äußerte zudem den Verdacht, dass die Engländer mit den USA eine Absprache getroffen haben könnten. Der Chef der englischen Kandidatur, David Dein, habe bereits von einem Verzicht der USA auf eine Bewerbung um die WM 2018 gesprochen, als die Amerikaner dies noch gar nicht entschieden hätten. "Wenn das mal kein Pakt ist!", meinte López. "Wenn ich das sehe, komme ich auf üble Gedanken."

Spanien und Portugal hatten zuvor bestätigt, dass der Fußball-Weltverband Fifa Ermittlungen gegen die gemeinsame WM-Kandidatur beider Länder eingeleitet hat. Dabei geht es um Berichte über eine angebliche Absprache mit Katar. Britische Medien hatten den Verdacht geäußert, Spanien/Portugal und Katar hätten sich gegenseitig ihre Stimmen für die jeweilige WM-Bewerbung zugesagt. Solche Absprachen sind nach den Fifa-Statuten streng untersagt. Katar bewirbt sich ebenso wie die USA um die WM 2022. Auch Australien, Südkorea und Japan sind am 2. Dezember in Zürich im Rennen. Für 2018 haben noch die Niederlande und Belgien eine gemeinsame Bewerbung eingereicht.

Die englischen Bewerber hatten sich zuvor bei der Fifa offiziell über die Kontrahenten aus Russland beschwert. Sie warfen dem Geschäftsführer der russischen Kampagne vor, sich abfällig über die Chancen der Briten geäußert und auf eine vermeintlich hohe Kriminalitätsrate in London verwiesen zu haben. Die Fifa prüft die Beschwerde.

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