Spektakel ohne Happy End
BVB schiebt Frust - „Schiss gekriegt“

Das tut weh. Trotz 2:0- und 3:1-Führung verspielte der BVB in Liverpool den Einzug in das Europa-League-Halbfinale. Damit bleibt der DFB-Pokal die einzige Chance auf einen Titel. Wie bewältigen die Dortmunder den Frust?

LiverpoolDie Alptraumnacht von Liverpool schlug allen Dortmundern mächtig aufs Gemüt. Für Kapitän Mats Hummels war es ein „herber Rückschlag“, für Vereinschef Hans-Joachim Watzke eine „tiefe Enttäuschung“ und für Trainer Thomas Tuchel ein „verpasster Meilenstein“.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Profis Richtung Kabine, während der einstige BVB-Coach Jürgen Klopp im bebenden Anfield die Ovationen der heimischen Fans genoss. „Wir müssen das jetzt schnell abschütteln, so schrecklich wie es sich im Moment auch anfühlt“, kommentierte Mittelfeldspieler Julian Weigl das 3:4 (2:0) im irren Spektakel ohne Happy End.

Binnen weniger Minuten schlug der Stolz der Borussen über eine famose Vorstellung und eine scheinbar sichere 2:0- sowie 3:1-Führung in Entsetzen um. Der Treffer von Dejan Lovren (90.+1) in der Nachspielzeit riss sie aus allen Träumen vom Einzug in das zum Greifen nahe Halbfinale der Europa League.

Weltmeister Hummels fand deutliche Worte: „Wir haben auf einmal Schiss bekommen. Das war der realistischste Titel, der in dieser Saison rumlag. Ich dachte eigentlich - das muss ich zugeben -, dass wir das Ding holen.“

Auch Roman Weidenfeller schob mächtig Frust. „Wir hatten 2013 das Glück, in ähnlicher Form den FC Malaga zu schlagen, diesmal war es nicht auf unserer Seite“, klagte der Torhüter mit Bezug auf den unvergessenen Last-Minute-Erfolg (3:2) über die Spanier. „Ich hätte mir gewünscht, dass es noch ein bisschen weiter in der Europa League gegangen wäre.“

Nur vier Tage nach der beim 2:2 im Revierderby auf Schalke wohl endgültig verspielten Meisterschaft musste der BVB den zweiten Titel abschreiben. Viel Zeit zur Frustbewältigung bleibt nicht. Schon am kommenden Mittwoch steht im Pokal-Halbfinale bei Hertha BSC die nächste wichtige Herausforderung an.

Eine neuerliche Pleite könnte die bisher gute Stimmung deutlich trüben und die Vertragsverhandlungen mit Stars wie Hummels, Ilkay Gündogan und Henrich Mchitarjan erschweren. „Uns mit solch negativen Szenarien zu beschäftigen, wäre das Schlimmste, was wir im Moment tun könnten“, sagte Tuchel.

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Das nächste große Ziel: das Pokalfinale

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