Spektakulärer Bayern-Coup
Mit „Querdenker“ Klinsmann auf Europas Thron

Ein blendend erholter Jürgen Klinsmann will nach dem WM-Sommermärchen nun auch den FC Bayern München umkrempeln und wieder an die Spitze des europäischen Vereinsfußballs führen.

dpa MÜNCHEN. „Die Erwartungen beim FC Bayern sind die höchsten. Das ist naturbedingt. Denen werde ich mich stellen und versuchen, das Maximum zu erreichen“, sagte der aus Kalifornien eingeflogene Strahlemann am Freitag in einem Münchner Hotel bei seiner von einem großen Medieninteresse begleiteten Vorstellung als künftiger Bayern-Coach. Er wird der mächtigste Trainer in der 40-Jährigen Bundesligageschichte der Münchner werden.

Nach der Revolution im DFB-Team freut sich der 43-Jährige, der beim Fußball-Rekordmeister einen Zweijahresvertrag vom 1. Juli 2008 an unterschrieb, nun auf die Arbeit mit internationalen Topleuten wie Franck Ribéry oder Luca Toni. „Das macht die Faszination aus.“ Mit „Querdenker“ Klinsmann, wie ihn Manager Uli Hoeneß vorstellte, geht der Bundesliga-Herbstmeister aber auch ein Wagnis ein, denn die Erfahrung als Vereinstrainer fehlt Klinsmann.

Doch Hoeneß glaubt fest an den Erfolg mit dem ehemaligen Welt- und Europameister: „Wer es geschafft hat, den Problemfall Fußball- Nationalmannschaft, die 2004 am Boden lag, so weit zu führen, wie er es bei der WM geschafft hat, der wird das auch mit einer Mannschaft des FC Bayern schaffen. Davon bin ich überzeugt“, sagte Hoeneß im Anschluss an die Präsentation.

Überraschend schnell regelten die Bayern-Bosse die Nachfolge von Ottmar Hitzfeld. Für das neue Projekt gibt Klinsmann, der frisch wie bei seinem Amtsantritt als Bundestrainer im Sommer 2004 wirkte, sogar seinen Wohnsitz im geliebten Kalifornien auf und wird mit Frau und Kindern nach München umsiedeln. „Ich freue mich riesig und fühle mich geehrt. Der FC Bayern ist das Nonplusultra in Deutschland. Ich traue mir die Aufgabe ohne weiteres zu. Bayern zählt zur Creme de la Creme in Europa“, sagte der 43-Jährige. Der derzeit noch in den USA lebende Kosmopolit hatte die Nationalelf bei der WM 2006 auf Platz drei geführt.

Flankiert von den Vorständen Rummenigge und Hoeneß nahm Klinsmann, der zum Festtag sogar eine Krawatte trug, bei der von mehreren TV-Sendern live übertragenen Pressekonferenz auf dem Podium Platz. „Wir haben mit Jürgen Klinsmann unseren absoluten Wunschkandidaten zum FC Bayern holen können“, sagte Rummenigge, der die Idee zu dem Schachzug gehabt hatte und bereits kurz vor Weihnachten den ersten Kontakt mit Klinsmann aufgenommen hatte. Alle Vorstandsmitglieder waren von dem Modell angetan - auch Klinsmann. „Jürgen war nach einer Nacht Feuer und Flamme“, sagte Hoeneß. „Ich freue mich sehr, dass wir einen Querdenker haben, der neue Wege geht und gegangen ist.“

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