„Sperber“-Coach Pfister hadert mit Schiedsrichter
Schweiz schickt Togo nach Hause

Die Schweiz hat mit ihrem ersten WM-Sieg seit zwölf Jahren die Tür zum Achtelfinale weit aufgestoßen. Nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg durch Tore von Frei (17.) und Barnetta (88.) über den WM-Debütanten Togo genügt den Eidgenossen in ihrem letzten Gruppenspiel gegen die punktgleichen Südkoreaner nun ein Unentschieden, um das Achtelfinalticket zu lösen. Die vom Deutschen Otto Pfister trainerten Afrikaner sind dagegen bereits vor ihrer letzten Partie gegen Ex-Weltmeister Frankreich aus dem Turnier ausgeschieden.

DORTMUND. Besonders das zweite Tor zwei Minuten vor dem Ende durch den Leverkusener Tranquillo Barnetta sorgte bei den Schweizern für erlösenden Jubel. Nicht, dass die Eidgenossen in der Schlussphase wirklich befürchten mussten, noch den Ausgleich zu bekommen. Dafür waren die Afrikaner nach einer starken ersten Halbzeit viel zu sehr mit ihren Kräften am Ende. "Das zweite Tor bringt uns vor dem letzten Spiel in eine komfortabelere Situation", freute sich Tainer "Köbi" Kuhn. "Sonst hätten wir gegen Südkorea bedingungslos auf Sieg spielen müssen." Nun aber steht sein Team bei Punktgleichheit um ein Tor besser da.

Die Rechnung des 62-Jährigen war aufgegangen. "Es war klar, dass wir beim Stand von 1:0 in den letzten 15 Minuten ins Risiko gehen würden", erklärte Kuhn. "Denn ob das Spiel 1:1 oder 1:0 ausgegangen wäre, hätte für uns keinen Unterschied gemacht. Dann hätten wir gegen Südkorea gewinnen müssen." Und auch Torjäger Alexander Frei zeigte sich erleichtert: "Der Trainer hatte in der Pause gefordert. Es war sehr wichtig für uns." Dagegen haderte Otto Pfister vor allem mit der Szene aus der 34. Minute, als Patrick Müller beim Stand von 1:0 gegen seinen agilen Sturmführer den Emmanuel Adebayor das Bein hatte stehen lassen, Schiedsrichter Amarilla aus Paraguay den fälligen Elfmeterpfiff aber verweigerte. "Da wird man dann um die Früchte seiner Arbeit gebracht", schimpfte der 68-Jährige, der darin den Knackpunkt der Partie sah. Selbst sein Freund Köbi Kuhn räumte anschließend ein, dass dies ein "klarer Elfmeter" war.

Seiner Mannschaft wollte Pfister dagegen nichts vorwerfen. "Wenn sie wochenlang solche Querelen haben, geht das an die Substanz und die nervliche Verfassung. Meine Spieler haben den Umständen entsprechend ihr Bestes gegeben und sich gut verkauft.", sagte der gebürtige Kölner mit Blick auf die "Chaos-Tage" von Wangen, die noch am Sonntagmorgen einen neuen Höhepunkt erreicht hatten. Nach der Schlammschlacht um seine Person - Rücktritt, Rücktritt vom Rücktritt und schließlich hatte ihm Generalsekretär Komlan Alkoholprobleme angedichtet - hatten seine Spieler am Sonntagmorgen für den nächsten Eklat gesorgt und mit einem Boykott der Partie gedroht. Erst Strafandrohungen der Fifa hatten sie zur Abreise nach Dortmund bewegen können. Am Sonntagabend dann legten Verbandsfürsten und Spieler endlich den monatelangen Streit um eine WM-Prämie bei, die auch sofort bar ausgezahlt wurde.

Die sportlichen Probleme, mit denen Pfister vor der Partie zu kämpfen hatte, dürften da schon fast nicht mehr ins Gewicht gefallen sein: Auf Abwehrspieler Ludovic Assemoassa musste der Coach der "Sperber" nach dessen Patellasehnenabriss im Knie gegen Südkorea ebeno verzichten wie Kapitän und Abwehrchef Jean-Paul Abalo, der eine Gelbsperre abzusitzen hatte. Für sie liefen der A-Jugendspieler von Bayer 04 Leverkusen, Assimou Touré, und Thomas Dossevi auf. Doch das bekam das Team des 68-Jährigen, der mit Agboah für Salifou und Forson für Senay zwei weitere Änderungen in der Startelf vornahm, überraschend problemlos in den Griff. Nibombe und Ersatz-Kapitän Tchangai machten ihre Sache gut. Überhaupt litt das Spiel der Afrikaner nicht unter den Umstellungen. Im Gegenteil.

Seite 1:

Schweiz schickt Togo nach Hause

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%