Spesenrecht für VIP-Lounges
Pauschalsteuer auf WM-Tickets kommt

Die Finanzminister von Bund und Ländern wollen künftig die Steuern auf geschenkte Fußballtickets und die Bewirtung in den VIP-Lounges der Fußballstadien pauschal erheben. Ein entsprechender Beschluss der Finanzministerkonferenz kommt den Wünschen der acht Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft entgegen.

BERLIN. Vor allem die Unternehmen, die als Sponsoren der Fußball-WM 2006 für mehrere Millionen Euro VIP-Lounges gemietet haben, befürchten, dass ihre Imagekampagnen nach hinten los gehen könnten. Dieter Cazzonelli, Steuerabteilungsleiter der Deutschen Telekom AG, beschreibt das Problem: „Wenn wir jemanden in die VIP-Lounge einladen, müssten wir die Eintrittskarte eigentlich mit einem Warnhinweis versehen: Die Annahme dieser Karte kann Ärger mit dem Finanzamt verursachen“, sagt er. „Im Sinne einer Marketingkampagne ist das ein Problem.“

Nach geltendem Recht muss ein Mitarbeiter einer Partnerfirma der Telekom den Wert eines geschenkten WM-Tickets entweder selbst versteuern oder die Steuer von seinem Arbeitgeber zahlen lassen. Die Telekom wiederum muss Listen über die Eingeladenen führen. Für sie gilt eine WM-Karte nur dann als Betriebsausgabe, wenn in der Loge ein Geschäft abgeschlossen wurde.

Die Wirtschaftsverbände hatten vor dem Hintergrund dieser auch für das Finanzamt komplizierten Verhältnisse eine Pauschalsteuer von 25 Prozent auf den Wert von Geschenken vorgeschlagen. „Dies würde die Finanzverwaltung entlasten“, argumentierte Dietmar Gegusch, Steuerexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie.

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