Spieler glauben an den großen Coup in Barcelona
„Murder Bremen“ und die bravouröse Reifeprüfung

Die Sensation ist zum Greifen nahe, doch über das „Endspiel“ in Barcelona und das fehlende Pünktchen für das Überleben in der viel zitierten Todesgruppe mochte Thomas Schaaf nicht viele Worte verlieren. Welchen Ruf sich die Hanseaten erarbeitet haben, verdeutlichen allerdings respektvolle Worte aus Barcelona, allen voran von Superstar Ronaldinho.

HB BREMEN. Der Werder-Coach wollte lieber den Moment auskosten, das höchst beeindruckende 1:0 (1:0) gegen die Weltauswahl des FC Chelsea in vollen Zügen genießen. „Das war fantastisch“, lobte Schaaf mit glänzenden Augen.

Euphorischer als der Trainer waren einige Werder-Spieler - und sie redeten auch über Barcelona. „Wir werden da die Qualifikation klar machen“, versprach Naldo selbstbewusst, und Keeper Tim Wiese jubilierte sogar: „Wir können auch Barca schlagen.“ Schon jetzt hat Werder mit Aufsehen erregenden Auftritten und zehn Punkten in der schweren Gruppe A für eine Überraschung gesorgt. Mehr noch: Mit dem Sieg über die Londoner hat „Murder Bremen“, wie „The Mirror“ den Chelsea-Bezwinger nannte, die europäische Reifeprüfung bravourös bestanden.

Die Entscheidung zwischen den beiden Topteams brachte eine Standardsituation. „Das ist oft so auf diesem Niveau“, sagte Per Mertesacker, der in der 27. Minute sein erstes Champions-League-Tor nach Ecke von Torsten Frings mit einem wuchtigen Kopfstoß erzielte. „Didier Drogba ging etwas zu früh von mir weg und dann stand ich da, wo ich stehen musste“, erklärte Mertesacker. Mindestens genauso wichtig war indes seine Klasse-Leistung in der Abwehr, wo er gemeinsam mit Naldo eine exzellente Innenverteidigung bildet. Dieses Duo macht einen ganz wesentlichen Unterschied zu den beiden zurückliegenden Champions-League-Spielzeiten aus.

Welchen Ruf sich die Bremer erarbeitet haben, verdeutlichen die Worte von Barcelonas Superstar Ronaldinho: „In der Partie am 5. Dezember gibt es keinen Favoriten“, sagte der Welt-Fußballer der beiden letzten Jahre. „Das Spiel gegen Werder wird ein echtes Finale sein. Wir bitten die Fans um Unterstützung.“ Und auch Michael Ballack, der nach seiner blassen Leistung in Bremen von seinem Trainer José Mourinho deutlich kritisert wurde, antwortete auf die Frage, was er Werder bei Barça zutraue: „Alles.“ Manager Klaus Allofs jedenfalls schwärmte begeistert: „Wir können sehr stolz sein, auch wenn wir noch nichts erreicht haben.“

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