Spieler vom WM-Flair beeindruckt
Karibik in Rotenburg, Volksfest in Oberhaching

In ganz Deutschland sind die Nationalmannschaften farbenfroh und herzlich in Empfang genommen worden. "Meine Mitspieler sind ganz beeindruckt, dass Deutschland so schön ist", sagte Paraguays Nelson Valdez.

Der WM-Slogan "Die Welt zu Gast bei Freunden" scheint diese Tage genau so verstanden worden zu sein, wie er gemeint war. So stimmten sich die Gastgeberstädt in ganz Deutschland landestypisch auf die in ihrem Ort residierenden Mannschaften ein. Auf diesem Weg entstanden die Galapagos-Inseln in Bad Kissingen, die Karibik in Rotenburg an der Wümme und 13 000 selbst ernannte Paraguayer in Oberhaching.

Volksfeststimmung herrscht in Bad Kissingen, wo schon die Vorbereitung auf die Ankunft des deutschen Gruppengegners Ecuador mit Spanisch-Kursen vorbildlich war. "Sensationell. So eine menschliche Wärme hätten wir nie erwartet", sagte Trainer Luiz Suarez. In der Ortsmitte wurde die Party-Zone Galapagos Island eingerichtet, überall wehen Fahnen in den Landesfarben.

Karibisches Flair in Rotenburg

Heimatgefühle genießen auch die Karibik-Kicker aus Trinidad und Tobago in Rotenburg am Rande der Lüneburger Heide, das sich für die WM sogar einen neuen Namen gegeben hat: "Welcome to Soca-Village". Auf dem Pferdemarkt ist ein Palmenstrand aufgehäuft, durch die Straßen schallt Calypso-Musik. "Fantastisch. Das hatte ich nicht erwartet", erklärte Mannschaftskapitän Dwight Yorke.

Auch die afrikanischen WM-Debütanten Angola und Ghana wurden ins Herz geschlossen. Angolas Spieler erhielten als Gastgeschenke von der Stadt Celle 50 000 Autogrammkarten, die sie bisher nie hatten. "Das ist ein tolles Mitbringsel für Freunde und Familie" sagte Kapitän Fabrice Akwa.

Am Wochenende findet ein Angola-Freundschaftsfest mit Küche und Kunsthandwerk des Landes statt, eine Hilfslieferung mit Rollstühlen und Betten ist auf dem Weg nach Afrika. Würzburg feiert unterdessen Sammy Bürgermeister Adolf Bauer: "Aus den Black Stars aus Ghana sind die Würzburg Stars geworden."

Freiburg erstrahlt in Orange

Freiburg, der Trainingsort der Niederländer, ist ganz in Oranje getaucht. Bondscoach Marco van Basten zeigt sich begeistert: "Das Verhalten der Leute ist eine angenehme Überraschung für uns. Es ist sehr schön, wenn die Menschen einem so positiv begegnen."

Oberhaching, der Gastgeberort für die paraguayanische Nationalmannschaft zeigt sich ebenfalls stolz. Der 1. Bürgermeister des Ortes Stefan Schelle verkündet: "Paraguay hat jetzt 13 000 Einwohner mehr." Der künftige Dortmunder Stürmer Nelson Valdez erklärte bewegt: "Meine Mitspieler sind ganz beeindruckt, dass Deutschland so schön ist."

Großer Bahnhof auch im kleinsten WM-Gastgeberort Öhringen-Zweiflingen in Unterfranken: Am Donnerstag steigt die australische Fußball-Party, die letzte Stunde wird sogar live im australischen Frühstücksfernsehen übertragen. Selbstlos und mit viel Vertrauen ausgestattet ist Reinhold Frie, der Chef vom Hotel Klosterpforte im ostwestfälischen Marienfeld, der "Heimat" von Vizeeuropameister Portugal. Am Montag stellte Frie zwei Spielern sein privates Cabriolet für eine Spritztour zur Verfügung. Stuttgart-Legionär Fernando Meira und Ricardo Costa nutzten die Gelegenheit, um "offen" zum Shoppen nach Hannover zu düsen.

"Phantom" Beckham

Dass mancherorts die Stimmung abgekühlt ist, lag nicht an der Bevölkerung, sondern an den Stars. Im badischen Bühl wurden die zahlreichen englischen Flaggen schon nach vier Tagen wieder eingeholt, weil sich Beckham und Co. als Phantom erwiesen. Dabei hatte der Ort die Helden gebührend empfangen. "Man muss sich eine WM in England denken, und in den Dörfern hängen deutsche Fahnen. Das ist nicht vorstellbar", sagte Keeper Paul Robinson bei der Ankunft.

Ebenso zurückgezogen wie die "Three Lions" logieren neben den Spaniern in Kaiserau und den Mexikanern in Göttingen auch Brasiliens Superstars um Welt-Fußballer Ronaldinho in Königstein.

© SID

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