Spielergehälter
Europas Klubs wollen bei den Spielern sparen

Die Millionengehälter der Fussball-Stars könnten bald schrumpfen. Schalke-Geschäftsführer Peters fordert nun, die Personalkosten der Clubs nach oben zu begrenzen. Künftig soll der Umsatz des Clubs über die Gehälter entscheiden. Viele Manager begrüßen Peters Vorschlag, warnen aber vor einem Alleingang.

MÜNCHEN. Die drohenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den europäischen Profifußball haben eine Diskussion um die Höhe der Spielergehälter ausgelöst. Peter Peters, Geschäftsführer von Schalke 04, sprach sich gestern auf dem Spobis-Kongress in München für eine Begrenzung der Sportler-Saläre aus. „Wir können das Vermögen der Vereine nur dann weiter stärken, wenn wir die Einnahmen auf hohem Niveau halten und die Spielergehälter senken.“ Peters schlug vor, die Personalkosten je Verein so zu deckeln, dass sie einen bestimmten Anteil des vom Klub erwirtschafteten Umsatzes nicht übersteigen dürfen. Wie hoch der Prozentsatz liegen solle, ließ der Manager offen.

„Der Fußball kann sich aber künftig nicht nur an finanziellen Steigerungen orientieren wie bisher“, forderte Peters ein Umdenken. „Wir brauchen stabileVerhältnisse.“ Derzeit werde es als Schwäche ausgelegt, wenn ein Klub versuche, seine Personalkosten zu reduzieren. Für Schalke gab Peters Entwarnung: „Wir sind in einer komfortablen Situation und werden unser Stadion bis 2015 vollständig abbezahlt haben.“ Das Namensrecht für die Arena sei bis 2015 vergeben, alle großen Sponsorenverträge liefen bis 2012.

Ernesto Paolillo, Geschäftsführer des italienischen Klubs Inter Mailand, zeigte sich offen für Peters’ Vorschlag – forderte aber ein gemeinsames Vorgehen. „Wenn wir Maximalgrenzen von Gehältern einführen wollen, dann müssen wir es in allen europäischen Ländern machen“, sagte Paolillo. Ein nationaler Alleingang gefährde die Konkurrenzfähigkeit der jeweiligen Liga. Zudem sei es nicht einfach, Spielerverträge aufzulösen oder Gehälter nachzuverhandeln.

Paolillo zeigte sich optimistisch, dass die Vereine in Italien die Krise überstehen werden. Wegen der langfristigen TV- und Sponsoringverträge erwartet er keine nennenswerten Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Finanzlage der Klubs in den nächsten zwölf Monaten.

Demgegenüber sieht José Maria Cruz, Vizepräsident und Generaldirektor des FC Sevilla, auf die spanische Liga erhebliche Probleme zukommen: „Momentan bekommt kein Klub mehr einen Kredit. Wir stehen bei den Banken auf der schwarzen Liste.“ Bei 60 bis 70 Prozent der spanischen Vereine werde es daher zu finanziellen Schwierigkeiten kommen, sagte Cruz.

Im türkischen Fußball erwartet Ahmed Raif Unuvar, Vorstandsmitglied von Galatasaray Istanbul, kaum Probleme. Die Türkei sei nicht so stark von der Wirtschaftskrise betroffen wie andere Länder. Unuvar, selbst Vorstandschef bei der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Securities in Istanbul, vermisst aber eine professionelle Vereinsführung: „Nur wenige Vorstandsmitglieder kennen überhaupt das Kapital ihres Klubs, nur wenige lesen die Bilanz“, kritisierte er. „Es fehlt im gesamten europäischen Fußball ein nachhaltiges Geschäftsmodell.“ Unuvar sprach sich für größere Investitionen in die Infrastruktur aus: „Was die Vereine derzeit für ihre Sportstätten ausgeben, ist weniger als das Gehalt, das sie einem einzelnen Spieler zahlen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%