Spielergewerkschaft VDV
Dembélé „im Netz wirtschaftlicher Interessen“

Die Spielergewerkschaft VDV sieht den wechselwilligen BVB-Profi Dembélé im „Netz wirtschaftlicher Interessen“. Junge Profis seien oft ein Spielball von Beratern und Klubs. Die Suspendierung sei zudem „nicht rechtens“.
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DuisburgDie Spielergewerkschaft VDV hat das Verhalten des wechselwilligen Dortmunder Fußballprofis Ousmane Dembélé verurteilt, aber auch um Verständnis für ihn geworben. „Wir als VDV empfehlen natürlich niemandem, seinen arbeitsvertraglichen Pflichten nicht nachzukommen“, sagte Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

„Aber man muss auch bedenken, dass wir es mit einem sehr jungen Spieler zu tun haben. Oftmals sind diese nur ein Spielball von Beratern, Vermittlern und Klubs. Sie befinden sich im Spinnennetz wirtschaftlicher Interessen“, so Baranowsky weiter.

VDV-Anwalt Frank Rybak sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Für mich rückt man in dieser Angelegenheit den Spieler zu sehr in den Fokus. Man lädt alles auf den Schultern von Dembélé ab.“ Der Franzose möchte seinen Wechsel von Borussia Dortmund zu den Katalanen offenbar erzwingen. Nachdem er unentschuldigt beim Training fehlte, suspendierte ihn der BVB vom Trainings- und Spielbetrieb.

„Eine Suspendierung ist in so einem Fall nicht rechtens“, stellte Baranowsky klar. „Sie würde voraussetzen, dass der Betriebsfrieden in erheblichem Maß gestört ist. Das ist hier offensichtlich nicht gegeben. Der Spieler könnte seine Teilnahme am Mannschaftstraining einklagen. Das ist gegenwärtig aber wohl eher eine theoretische Diskussion“, kommentierte Baranowsky.

Er glaubt nicht, dass der Fall Dembélé als Trend für eine sinkende Moral der Spieler steht. „Solche Einzelfälle hat es früher schon gegeben und kann es auch in Zukunft geben. Ich sehe sie dennoch als Einzelfälle“, sagte er. „Wir sollten aber nicht nur dem Spieler den Schwarzen Peter zuschieben, sondern dürfen auch nicht vergessen, dass gerade die Klubs oft zu fragwürdigen und teilweise illegalen Mitteln greifen, um unerwünschte Spieler von der Gehaltsliste zu bekommen.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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