Spielmacher gegen Bochum wieder fit
Slomkas „Luxusproblem“ mit Lincoln

dpa GELSENKIRCHEN/BOCHUM. Spielt er oder spielt er nicht? Mirko Slomka lässt sich vor dem Revierderby des FC Schalke 04 gegen den VfL Bochum durch sein „Luxusproblem“ mit Lincoln nicht aus der Ruhe bringen.

Gleichwohl muss sich der Trainer des Bundesliga-Spitzenreiters entscheiden, ob er den wiedergenesenen brasilianischen Spielmacher in seine Startelf einbaut oder gegen den Tabellen-16. das zuletzt erfolgreiche Team aufbietet. „Wir haben schon mit Lincoln und auch ohne ihn gut gespielt“, sagte Slomka gelassen, und lässt sich nicht in die Karten schauen. Der Coach bescheinigt dem Regisseur eine „sehr gute Verfassung“, meint aber auch: „Die, die zuletzt gespielt haben, haben ihre Sache gut gemacht.“

Lincoln fehlte wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel in den vergangenen fünf Bundesliga-Partien und kehrte nach längerem Aufenthalt aus seiner Heimat zurück, wo er die Blessur behandeln ließ. Ohne den 27-Jährigen holte Schalke zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen und stürmte an die Tabellenspitze. Um Lincoln in das Team zu reintegrieren, müsste Slomka die gut harmonierende Mittelfeld-Dreierkette mit Hamit Altintop, Zlatan Bajramovic und Lewan Kobiaschwili umbauen oder einen Stürmer „opfern“. „Ich beneide Slomka nicht um diese Entscheidung“, sagte Schalkes Stürmer-Legende Klaus Fischer.

Wichtiger als die Lincoln-Frage ist für Slomka ohnehin, dass sein Team die „bescheiden genossene“ Tabellenführung gegen den Außenseiter erfolgreich verteidigt oder gar ausbaut. Das werde kein Selbstläufer, so Slomka, auch wenn sein Team seit neun Spielen daheim unbesiegt ist. „Bochum ist auswärtsstark und im Aufwärtstrend, wir müssen in der Abwehr gut stehen“, warnte er insbesondere vor dem schnellen Griechen Theofanis Gekas (5 Saisontore) und VfL-Spielmacher Zvjezdan Misimovic, der zuletzt als hängende Spitze imponierte.

Zudem ist der VfL trotz der klaren Rollenverteilung eine Art Angstgegner in der Veltins-Arena. Zwei von drei Gastspielen gewannen die Bochumer dort. Und nach drei Auswärtsspielen ohne Niederlage sowie dem hart erkämpften 4:3-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt hat die Elf von Marcel Koller im Kampf gegen den Abstieg merklich an Selbstbewusstsein gewonnen. Weil Schalke für frühe Tore bekannt ist, und sein Team häufig in den ersten Minuten in Rückstand gerät, greift der VfL-Trainer zu einem Trick. „Ich habe einen Wecker mit großen Glocken. Den werde ich auf 20.25 Uhr stellen“, scherzte der Schweizer.

Ähnlich wie Slomka kann Koller fast aus dem Vollen schöpfen. David Pallas und Christoph Dabrowski stehen nach Sperren wieder im Kader, dennoch wird wohl zunächst nichts geändert. „Die Mannschaft vom Frankfurt-Spiel hat eine gute Möglichkeit, zu beginnen“, sagte Koller. Dafür winkt Tommy Bechmann nach seiner Knieverletzung im April der erste Saison-Kurzeinsatz. „Er kommt dazu. Je nach Spielsituation könnte er eine Hilfe sein.“

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