Sponsorenverträge in Gefahr
Juve-Skandal erfasst die italienische Liga

Mittlerweile hat der seit Monaten schwelende Manipulationsskandal im italienischen Fußball die gesamte Liga erfasst. Während Juventus Turin der Zwangsabstieg und Verluste in ungeahnter Höhe drohen, nimmt die Staatsanwaltschaft weitere Vereine ins Visier.

HB ROM. Der seit Monaten schwelende Manipulationsskandal im italienischen Fußball hat unabsehbare Folgen für die – gemessen am Umsatz – zweitgrößte Liga der Welt. Im Zentrum des Skandals um flächendeckende Spielmanipulationen steht Rekordmeister Juventus Turin, dem der Zwangsabstieg droht. Aberkennung des Meistertitels, Zwangsabstieg und Ausschluss aus der Champions League würden allein Juve nach Schätzungen von Finanzexperten über 300 Mill. Euro kosten – weit mehr also als der Jahresumsatz von zuletzt 229 Mill. Euro.

Mittlerweile wird jedoch die gesamte Liga, die insgesamt elf Mrd. Euro umsetzt, von den Auswirkungen des Skandals erfasst. Denn neben den Untersuchungen gegen Juve ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen acht weitere italienische Vereine, darunter auch AC Mailand, der Club des scheidenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft 41 Personen offiziell als verdächtig eingestuft, darunter zahlreiche Schiedsrichter und Ligafunktionäre. Im Zentrum des Skandals steht der frühere Juve-Sportdirektor Luciano Moggi, der durch ein mafiöses Beziehungsgeflecht zahlreiche Spiele manipuliert und sogar die Aufstellung der italienischen Nationalmannschaft beeinflusst haben soll. Mittlerweile trat der Juve-Vorstand geschlossen zurück. Die Regierung ist alarmiert. Sie will am Dienstag einen kommissarischen Leiter für den italienischen Fußballverband FIGC benennen, der nach dem Rücktritt des Präsidenten führungslos ist.

Turin, das beim gestrigen Saisonfinale seinen 29. Meistertitel holte, muss sich auf harte Zeiten einstellen. Bei einem Zwangsabstieg aus der ersten Liga könnten Sponsoren ihre Verträge mit dem von der Agnelli-Familie kontrollierten Club auflösen. Dies räumte die Vereinsspitze am Wochenende ein. Derzeit hat der Verein Verträge mit Nike, Tamoil und dem Mobilfunkanbieter 3 Italia. Auch die lukrativen TV-Übertragungsverträge mit der zur News Corp. gehörenden Sky Italia und mit der Mediaset-Tochter RTI sind offenbar gefährdet.

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