Sponsorenvertrag
Borussia Dortmund setzt mit Evonik auf Kontinuität

Mindestens zehn Millionen Euro jährlich kassiert Borussia Dortmund bis 2016 vom Spezialchemiekonzern Evonik. Die Partner haben eines gemeinsam: Sie haben sich viel vorgenommen - und weisen äußerst solide Zahlen aus.
  • 1

DortmundDer deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund und Hauptsponsor Evonik setzen ihre Zusammenarbeit bis zum 30. Juni 2016 fort. Wie der Bundesligist bekanntgab, wurde der bis 2013 datierte Vertrag mit dem Essener Industriekonzern um drei Jahre verlängert.

Die Einigung bietet dem Revierclub wirtschaftliche Planungssicherheit. Dem Vernehmen nach garantiert der bisherige Kontrakt dem BVB 7,5 Millionen Euro jährlich. Dazu kommen erfolgsabhängige Zahlungen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ beziffert das Volumen des neuen Vertrages mit rund zehn Millionen Euro jährlich. Auch die Erfolgsprämien seien gestiegen, schreibt das Blatt in seiner Montagsausgabe.

„Als wir eingestiegen sind, war der Verein noch dabei, den größten Tiefpunkt seiner Geschichte zu bewältigen. Und dann holt der BVB innerhalb von fünf Jahren den Meistertitel - auf begeisternde Art und Weise. Besser geht es nicht“, kommentierte Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, den Höhenflug der noch im Jahr 2005 von der Insolvenz bedrohten Borussia.

Ähnlich positiv äußerte sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Wir sind sehr glücklich, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Evonik fortsetzen zu können.“ In der Tat hat sich der Verein sportlich wie wirtschaftlich berappelt. Laut „FAZ“ haben sich die Netto-Verbindlichkeiten des Vereins von 140 Millionen auf jüngst 27 Millionen Euro verringert, neu hinzugekommen sind zudem Millionen-Einnahmen aus der Teilnahme an der Champions League. Auch habe man im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Dezember bereits 101 Millionen Euro umgesetzt und damit den Vorjahresumsatz bereits zu zwei Dritteln erreicht, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „FAZ“. Er rechne für das zweite Halbjahr mit rund 70 bis 80 Millionen Euro Umsatz, so das Blatt.

Dieses frische Geld nutzt der BVB, um auf nachhaltige Weise den sportlichen Erfolg abzusichern. So gelang den Dortmundern zu Jahresbeginn ein aufsehenerregender Transfer: Für mehr als 17 Millionen Euro wechselt der Gladbacher Stürmer Marco Reus zum Saisonende nach Dortmund. Auch konnten die Dortmunder ihren Trainer Jürgen Klopp und den Sportchef Michael Zorc weiterhin bis 2016 an den Verein binden. Auch den Aktionären will der BVB nach langen Jahren der Depression ein positives Signal senden. So könne erstmals eine Dividende möglich sein, sollte der sportliche Erfolg anhalten, spekuliert die „FAZ“.

Auch für Evonik scheint sich die Werbekooperation zu lohnen. Das Essener Energieunternehmen strebt langfristig einen Platz im Dax an und hofft, durch das Sponsoring seine Bekanntheit im In- und Ausland auszubauen. Der Vorstandsvorsitzende Klaus Engel sagte der „FAZ“, man habe laut Statistiken die Bekanntheit der eigenen Marke von ursprünglich rund 50 Prozent der deutschen Bevölkerung mittlerweile auf rund zwei Drittel verbessern können.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sponsorenvertrag: Borussia Dortmund setzt mit Evonik auf Kontinuität"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ähm, "Energieunternehmen"??? Evonik Industries ist doch wohl am ehesten ein Chemieunternehmen. Die Minderheitsbeteiligung an der STEAG ist inzwischen nur finanziell und wird zukünftig ganz verschwinden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%