Sponsorenvertrag verlängert
Gazprom will über Schalke an den Endkunden

Viel Geld für Schalke, gute Platzierung für die Marke Gazprom - die Allianz zwischen den Königsblauen und seinem Hauptsponsor hat sich für beide Seiten bewährt. Die Partner haben ihre Zusammenarbeit nun vorzeitig verlängert. Die Pläne des russischen Gaskonzerns auf dem deutschen Energiemarkt lassen das Sponsoring noch plausibler erscheinen.
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KölnNach dem Abpfiff ließ es der Geldgeber krachen. Feuersäulen und Raketen erhellten die Veltins-Arena. Anlass war nicht der Schalker 4:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart an jenem Sonntag im Februar 2008. Der Energiekonzern Gazprom feierte sein erstes Jahr als Trikotsponsor des Gelsenkirchener Traditionsvereins. Altkanzler Gerhard Schröder, inzwischen für Gazprom beim Baukonsortium der Ostseepipeline tätig, hatte beim Einfädeln des Deals kräftig geholfen. Nur aus dem Gästeblock schallte es trotzig: "Ihr werdet nie deutscher Meister."

Mit dem Titel hatte Schalke in dieser Saison wieder nichts zu tun. Doch Gazprom-Chef Alexej Miller dürfte das nicht groß stören. Dank des Einzugs ins Halbfinale der Champions League und der Chance, am Samstag DFB-Pokalsieger zu werden, zieht der Investor eine positive Bilanz. Bester Beweis: Gazprom verlängert das noch bis 2012 laufende Trikotsponsoring vorzeitig bis zum Juni 2017. Die Einigung bestätigte Burkhard Woelki, Marketingdirektor von Gazprom Germania gegenüber dem Handelsblatt: "Die Vertragsverlängerung ist am Dienstag von der Unternehmensleitung in Moskau beschlossen worden", sagt Woelki. Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wurde in Moskau sogar vom Ministerpräsidenten Wladimir Putin im Weißen Haus empfangen.

Geschätzte 15 Millionen Euro im Jahr lässt sich Gazprom bisher das Schalke-Engagement kosten, plus Prämien im einstelligen Millionenbereich. Europaweit belegt Schalke damit Rang acht. In der Bundesliga spielt nur Bayern München mit Trikotwerbung mehr ein - die Deutsche Telekom soll 22 Millionen Euro pro Saison zahlen. "Dieses Jahr lief es wegen der Champions League sensationell gut für die Platzierung der Marke", sagt Woelki. "Durch den Star Raúl waren wir in ganz Europa mit unserem Logo auf den Titelseiten."

Woelki wird nicht müde, eines klarzustellen: "Wir wollen nicht Fußballvereine managen." Auf einen möglichen Sitz im Aufsichtsrat von Schalke wurde verzichtet. Es gehe allein um Imagepflege, man wolle als ganz normales Unternehmen wahrgenommen werden. Schluss mit Wodka- und Pelzmützenklischees. Das zurückhaltende Auftreten in Gelsenkirchen zahlt sich offenbar auch auf politischer Ebene aus. "Wir bekommen auch aus dem politischen Umfeld positive Reaktionen auf unsere Arbeit auf Schalke", sagt der Berliner Gazprom-Manager.

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