Sponsoring
Audi setzt sich in München fest

Audi plant beim FC Bayern einen großen Coup. Seit Tagen kursieren Gerüchte, der Ingolstädter Autobauer werde sich zehn Prozent der Anteile an der FC Bayern München AG sichern - und so rund 100 Mio. Euro in den Klub einbringen. Möglicherweise wäre ein solches Investment nur Mittel zum Zweck, um ein neuartiges Sponsoring-Konzept auf die Beine zu stellen, das dem Automobilbauer neue Möglichkeiten der Ansprache von Geschäftskunden bietet.

MÜNCHEN/HAMBURG/KÖLN. "Es ist ein laufender Prozess, in dem verschiedene Möglichkeiten ausgelotet werden", sagt ein Eingeweihter. Audi gibt sich bedeckt: "Wir haben eine gute Partnerschaft seit 2002. Natürlich gibt es immer wieder Überlegungen, andere Akzente in die Partnerschaft zu bringen", sagt eine Sprecherin vielsagend.

Schon heute ist die VW-Tochter vielfältig beim FC Bayern engagiert. Audi schaltet massiv Bandenwerbung in der Allianz-Arena und ist Besitzer der Audi-Lounge, eines der größten VIP-Bereiche im Stadion. Im August richteten die Ingolstädter zudem den "Audi-Cup" mit den Bayern aus, organisiert von der Münchener Agentur Ledavi. Aus Anlass des 100-jährigen Firmenjubiläums spendierte der Autobauer den Bayern die Gegner Manchester United, AC Mailand und Boca Juniors Buenos Aires vor heimischer Kulisse. Auf fünf bis sechs Mio. Euro im Jahr schätzt die Kölner Sponsoringberatung Sport + Markt das bisherige Audi-Engagement beim Rekordmeister.

"Turniere wie der Audi-Cup sind eine Möglichkeit, das Markenbild zu schärfen und gut für das Budget", sagt Ledavi-Geschäftsführer Oliver Kaiser. So wie es Red Bull in Randsportarten geschafft hat, seine Marke mit eigenen Veranstaltungen nach vorne zu bringen, sei das auch im Fußball möglich. "Die Marke ist dann nicht zu Besuch, sondern Initiator", sagt Kaiser. Da der Veranstalter - wie beim Audi-Cup - auch die Erlöse aus Ticketing und TV-Übertragung behält, sei das Modell für den Sponsor auch wirtschaftlich interessant. "Es ist Payback-Time", sagt Kaiser.

Die weltweite Ausstrahlung des deutschen Rekordmeisters passt zu den Ambitionen von Audi. Das Unternehmen möchte bis 2015 der führende Anbieter von Premiumfahrzeugen auf der Welt werden. Das trifft besonders den Rivalen BMW, der in München eigentlich der naheliegende Bayern-Partner wäre.

So aber spendiert Konkurrent Audi dem Klub eine Flotte von 50 Fahrzeugen - vor allem die Modelle A6, A8, A4 Cabrio sowie den Geländewagen Q7, den beispielsweise Bayern-Stürmer Luca Toni bevorzugt. Der Supersportwagen R8 gehört nicht zur Flotte, die nach Anweisung des Bayern-Managers Uli Hoeneß möglichst diskret ausfallen soll.

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