Sponsoring
Fußball-Ausrüster hoffen auf Impulse für den Vertrieb

Die neue Saison startet mit neuen Trikots. Etliche Vereine haben den Trikothersteller gewechselt und dafür höhe Beträge eingestrichen. Besonders die Großen profitieren vom Trikotwechsel. Doch das Sponsoring von Bundesliga-Vereinen ist für die Sportartikelhersteller längst mehr als Image-Pflege.

HAMBURG. Meistens gelb, manchmal rosa und teilweise auch leuchtend rot – auf jeden Fall aber immer knalleng sind die Trikots von Werder Bremens Torwart Tim Wiese. Bereits seit der Saison 2000/01 laufen die Hanseaten mit Spielkleidung des Ausrüsters Kappa in der Fußball-Bundesliga auf. Dafür überweist der italienische Sportartikelhersteller jährlich 1,6 Mio. Euro. Hinzu kommen Sachleistungen im Wert von einer halben Mio. Euro und variable Erfolgsprämien.

Zumindest noch bis zum Ende der Saison: Dann ist Schluss mit der deutsch-italienischen Partnerschaft. Den Bremern mögen die Kappa-Gelder nun wie Peanuts vorkommen – denn in den nächsten fünf Jahren erhalten sie von Nike satte 20 Mio. Euro. Der US-Sportartikelhersteller zahlt damit pro Saison mehr als doppelt so viel an Werder wie die Konkurrenz aus Italien.

Kappa investiert sein Geld nun wiederum bei Borussia Dortmund – wo das Stadion mit mehr als 80 000 Zuschauern zwar regelmäßig aus allen Nähten platzt, die Mannschaft jedoch seit langem nicht mehr an die Hochzeiten der 90er-Jahre anknüpfen konnte. Dennoch ist Kappa die Partnerschaft mit dem Verein pro Spielzeit vier Mio. Euro wert. Die Klub-Rochaden von Nike, Puma, Adidas und Co. sind für Außenstehende kaum nachzuvollziehen. Es lohnt ein Blick auf die Gewinnkalkulationen der Ausrüster: Beim verkaufsstärksten Merchandising-Produkt, dem Trikot, liegen die Herstellungskosten bei zirka zehn Euro. Davon machen die Materialkosten nur zwischen drei und vier Euro aus. Die restlichen sechs bis sieben Euro entstehen auf dem Weg zwischen der ausländischen Produktionsstätte und dem Verkaufsmarkt – in diesem Fall Deutschland.

Die Reise eines Trikots beginnt am Verhandlungstisch des Klubs. Bereits hier fallen erste, wenn auch vergleichsweise geringe Reisekosten für Designer, Merchandiser und Marketingverantwortliche an. Hinzu kommen Kosten für Muster, die eine ausländische Schneiderei vorproduziert und auf dem Luftweg nach Deutschland schickt. Eingepreist werden auch Kommunikationskosten mit der Produktionsstätte im Ausland, Entwicklungskosten für Schnitte und Farben, Personal- und Büroaufwendungen sowie Gebühren zum Schutz des Urheberrechts.

Die Produktion geschieht meist in Asien oder an anderen günstigen Standorten wie Portugal oder Bulgarien. Kartonfertig verpackt verbringen Trikots, Hosen, Stutzen und andere Sportutensilien vier Wochen auf dem Schiff, bis sie im Hamburger Hafen und am Ende im Lagerraum des Sportartikelherstellers ankommen. Neben den Frachtkosten fallen dabei noch Zölle und Luftfrachtkosten an.

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