Sportdirektor sieht sich nicht als Dauerlösung
Völler soll Bayer-Stars Beine machen

Bayer Leverkusen hat überraschend für die erste Trainer-Entlassung der laufenden Saison gesorgt. Nur einen Tag nach der 0:1- Niederlage gegen ZSKA Sofia gab der Fußball-Bundesligist die Trennung von Klaus Augenthaler bekannt.

HB LEVERKUSEN. Damit zog der Verein die Konsequenzen aus dem schlechtesten Bundesliga-Start seit 23 Jahren. Wie schon im Oktober 2000 soll Sportdirektor Rudi Völler als Interimscoach aushelfen: Der ehemalige DFB-Teamchef wird am Sonntag beim Spiel in Duisburg auf der Bank sitzen. "Für die nächsten Spiele übernehme ich die Aufgabe", erklärte Völler.

"Um die Ziele nicht zu gefährden und den Abstand zur Spitze nicht zu groß werden zu lassen, mussten wir diesen Weg gehen. Ich bin froh, dass wir mit Rudi Völler einen anerkannten Fachmann in unseren Reihen haben", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Freitag. "Ich bin überzeugt, dass Rudi Völler in der Lage ist, aus der Mannschaft rauszuholen, was in ihr drinsteckt."

Offen blieb zunächst, ob der Klub überhaupt einen anderen Trainer als Nachfolger für Augenthaler verpflichten wird. Völler stellte seine Position jedoch eindeutig klar: "Ich sehe mich weiter eher in der Sportchef-Rolle. Ich springe jetzt nur aus Loyalität zum Verein in einer Not-Situation ein. Aber ich werde es aber mit aller Freude, Macht und Zuversicht machen." Er schloss aber nicht definitiv aus, dass er auch als Dauerlösung in frage kommen könnte. "Das werden wir nach ein, zwei Spielen entscheiden", meinte Völler. Sein Trainer-Engagement im August 2004 beim AS Rom hatte Völler wenig Vergnügen bereitet: Schon nach 25 Tagen trat er zurück. Als mögliche Kandidaten für den Trainerposten wird denn auch schon der Völler-Freund und Ex-Stuttgart-Coach Matthias Sammer gehandelt.

Die Trennung von Augenthaler, der im Mai 2003 nach Leverkusen kam und den Verein vor dem Abstieg rettete, ist Holzhäuser nicht leicht gefallen: "Ich musste mehrmals schlucken, als ich es ihm sagte. Er hat gute Arbeit abgeliefert und ist ein Top-Typ." Für den 47-jährigen ehemaligen Nationalspieler, der noch einen Vertrag bis 2007 hat, kam die Entlassung trotz des 12. Platzes in der Bundesliga und des drohenden Erstrunden-Aus im UEFA-Pokal unerwartet.

"Er war überrascht, aber ruhig und gelassen, wie es seine Art ist", berichtete Völler. Augenthaler verließ daraufhin wortlos am Freitag um 13.09 Uhr das Bayer-Gelände. "Wir hatten das Gefühl, dass es keinen Zweck mehr hat und dass wir es nur vor uns her schieben. Irgendwann wäre es passiert, da muss man nicht um den heißen Brei rumreden", sagte Völler, der zusammen mit Augenthaler 1990 Weltmeister wurde und pikanterweise mit über die Entlassung zu befinden hatte.

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