Sportlicher Stillstand
Keine Aufbruchsstimmung beim BVB

dpa DORTMUND. Finanziell geht es aufwärts, doch sportlich keinen Schritt voran. Mit einem wütenden Pfeifkonzert verabschiedeten die Fans von Borussia Dortmund ihre Mannschaft nach dem 2:2 (1:0) über Hannover 96 in die Kabine.

Der mäßige Saisonstart mit nur acht Punkten aus sechs Partien verdarb nicht nur den meisten Zuschauern die Laune. Auch Trainer Bert van Marwijk machte aus seiner Enttäuschung über das Trauerspiel der Borussia keinen Hehl: „Für die 2. Halbzeit müssen wir uns schämen. Da ist so viel schief gegangen. Ich erwarte mehr Professionalität.“

Langsam aber sicher dämmert allen Beteiligten, dass die avisierte Rückkehr in einen europäischen Wettbewerb mit diesem Team kaum zu schaffen ist. Zwar hat der Club binnen 19 Monaten den Schuldenberg um stolze 100 Mill. Euro verringert, aber nur im wirtschaftlichen Bereich für positive Schlagzeilen gesorgt. Der von Hans-Joachim Watzke unlängst voller Stolz verkündete „Abschluss der Sanierung“ sorgt bisher nicht für die erhoffte Aufbruchstimmung - zum Leidwesen des Geschäftsführers: „Wir hatten zwar einen schweren Saisonstart. Aber das ist nicht das, was wir uns vorgestellt hatten.“

Selbst die zweimalige Führung durch Ebi Smolarek (5./76.), der seine seit dem 25. März anhaltende Torflaute beendete, verhalf nicht zum zweiten Heimsieg. Trotz des Umbaus der Mannschaft fehlen Tempo und Kreativität: Neuzugänge wie Steven Pienaar, Alexander Frei und Tinga konnten das schon in der vorigen Saison mäßige Offensivspiel bisher nicht verbessern. Auch die mannschaftsinterne Aussprache nach dem 0:1 in Mönchengladbach blieb ohne Wirkung. Kraft- und ideenlos gab das Dortmunder Mittelfeld nach der Pause das Spiel aus der Hand. „Einige Spieler waren irgendwie platt. Ich habe keine Ahnung warum“, sagte Manndecker Christian Wörns.

Die Schwächen der Borussia machten sich die Gäste zu Nutze. Wie verwandelt kamen sie aus der Pause und übernahmen die Regie. Ein glückliches Händchen bewies Trainer Dieter Hecking bei der Einwechslung von Vahid Hashemian und Jan Rosenthal. Der Iraner sorgte für das 1:1 (74.), die Nachwuchskraft für die Vorarbeit. Es spricht für die Moral der Mannschaft, dass sie auch nach dem abermaligen Rückstand zurückschlug. Ein Zuspiel von Hashemian nutzte Neuzugang Szabolcs Huszti (78.) zu seinem ersten Bundesliga-Treffer. „Von Minute zu Minute haben meine Spieler gemerkt, hier geht was“, sagte Hecking.

Anders als sein Kollege van Marwijk hatte der 96er-Coach allen Grund zur Zufriedenheit. Auch in seinem dritten Spiel auf der Bank der Norddeutschen blieb sein Team ohne Niederlage. Das war auch ein Verdienst von Torhüter Robert Enke, der in der ersten Halbzeit einen höheren Rückstand vereitelte. „Robert hat bewiesen, warum er in die Nationalmannschaft berufen wurde“, lobte Hecking, unter dessen Regie der Trend deutlich nach oben geht. Das gewachsene Selbstvertrauen stellte Angreifer Thomas Brdaric nicht nur auf dem Platz unter Beweis: „Wir schauen jetzt nicht mehr nach unten, sondern nach oben.“

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