Sportminister Mutko
„Werden alles tun, um die WM nach Russland zu holen“

Russland bewirbt sich um die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 oder 2022. Nach den Olympischen Winterspielen 2014 will das Land ein weiteres internationales Sport-Großereignis austragen. Sportminister Witali Mutko spricht im Interview über die Beweggründe der Bewerbung, die politische Situation Russlands und die WM 2006 in Deutschland.

Witali Mutko, was waren die Beweggründe für eine russische Bewerbung um die Austragung der WM 2018 oder 2022?

Wir haben uns die Entscheidung gut überlegt. Wir besitzen die volle Regierungsunterstützung und wollen erstmals die WM nach Osteuropa bringen. Der wichtigste Grund ist: Seit 1991 und der Auflösung der Sowjetunion ist eine ganz neue Situation entstanden. Wir wollen das neue, das moderne Russland präsentieren."

Ähnlich waren auch die deutschen Beweggründe für die Kandidatur 2006. Gibt es Parallelen?

Natürlich. Vor der WM 2006 gab es eine ganz andere Meinung über Deutschland. Dann haben sich die Deutschen als offenes, überaus gastfreundliches Land präsentiert, in dem die Menschen die WM zu einem Fest gemacht haben. Wir wollen auch versuchen, möglicherweise bestehende Urteile über Russland und die dort lebenden Menschen ins Positive zu wenden. Wir sind ein Land mit vielen Gesichtern."

Sotschi ist 2014 Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Was erhoffen Sie sich von der WM für Ihr Land?

Natürlich wünschen wir uns eine weitere Stärkung unserer Wirtschaft. Deshalb gibt es schon jetzt viele Projekte, um die Infrastruktur in Russland weiter zu verbessern. Dies gilt für neue Flughäfen, Autobahnen und natürlich auch Hotels. Wir haben das Internationale Olympische Komitee in Bezug auf Sotschi überzeugt. Ich hoffe, das gelingt uns auch mit den Mitgliedern des Exekutivkomitees der Fifa."

Sie sind nicht nur Sportminister Ihres Landes, sondern auch gleichzeitig Mitglied im Exekutivkomitee der Fifa. Stehen Sie nicht auch besonders unter Druck, mit der WM-Bewerbung erfolgreich zu sein?

Natürlich spüre ich diesen Druck. Aber wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um die WM nach Russland zu holen. Wir haben großen Respekt vor unseren Mitbewerbern. Aber wir haben unser eigenes Selbstvertrauen."

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