Sportvermarkter Grothe
„Die Vereine sollten jetzt Stars kaufen“

Wenn die Bundesliga ihre Aufholjagd fortsetzen will, muss sie sich im Ausland besser verkaufen. Der Schlüssel hierfür: Die Klubs brauchen hierfür mehr Top-Stars, erklärt Sportvermarkter Philipp Grothe.
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KölnHandelsblatt Online: Herr Grothe, als internationaler Sportvermarkter kommen Sie in der Szene viel rum. Wie sehr schätzt man die Bundesliga im Ausland?

Philipp Grothe: In den vergangenen zwei Jahren hat die Bundesliga an Popularität gewonnen und sehr aufgeholt. Das ist sicherlich auch der sehr attraktiven Spielweise der Nationalmannschaft zu verdanken. Die ist wirklich in aller Munde und hat vielen die Augen für die Qualität des deutschen Fußballs geöffnet. Die englischen und spanischen Vereine sind aber sicher noch das Maß aller Dinge. Auch weil Fußball dort noch mehr in der Gesellschaft verwurzelt ist.

Die spanischen Vereine versinken in Schulden. Wie lange kann das gut gehen?

Der spanische Fußball wird sicherlich Probleme haben, abgesehen von vielleicht drei oder vier Vereinen. Auch weil die Gehälter nicht mehr ganz pünktlich kommen - oder vielleicht gar nicht mehr. Das passiert zwar sicherlich nicht Real Madrid oder dem FC Barcelona. Die verdienen beide sehr gut. Aber auch für die wird wahrscheinlich der nächste Fernseh-Deal innerhalb von Spanien nicht mehr so hoch ausfallen. 

Die Bundesliga vermeldet dagegen einen Rekord bei der TV-Vermarktung. Ab 2013 fließen deutlich mehr als 600 Millionen Euro in die Vereinskassen. Kommt jetzt die große Zeit der Bundesliga?

Das ist jetzt sicher ein Meilenstein auf dem Weg nach oben – der erste Schritt, um mit England, Italien und Spanien gleichzuziehen. Zusammen mit der Auslandsvermarktung wird die Liga sicherlich über 700 Millionen einnehmen. Damit rückt man in die Nähe von Italien und Spanien, die beide über 800 Millionen bekommen. Frankreich liegt schon hinter der Bundesliga.

Und die Bundesliga hat ja noch weitere gute Einnahmequellen.

Ja. In der Gesamtheit ist die Bundesliga jetzt so stark wie die anderen Ligen. Die Bundesliga hat bei den Sponsoring-Einnahmen klar die Note eins, eine Zwei bei den Fernsehen-Einnahmen und eine Drei bei den Zuschauer-Einnahmen. Das reicht jetzt für eine gute Gesamtnote.

Kommen dank höherer Vereinseinnahmen bald mehr Top-Spieler nach Deutschland?

Das Gehaltsniveau in England ist noch höher. Aber die deutschen Spitzenklubs brauchen sich dahinter nicht zu verstecken. Außerdem kriegt man hier sein Gehalt pünktlich. Für den einen oder anderen Spieler ist das mittlerweile sicherlich auch ein Grund, zu wechseln.

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„Deutsche sind bei Transfersummen zurückhaltend“

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