Sprachkurse
Brasiliens Prostituierte pauken für die WM

Zur Wiedereröffnung des Maracanã-Stadions in Rio de Janeiro werden 40.000 Besucher erwartet, zur WM im nächsten Jahr sogar 140.000. Auch die Sex-Branche bereitet sich auf das Ereignis vor. Die Behörden sind wachsam.
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Belo Horizonte
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sollen keine Wünsche offenbleiben - auch nicht die geheimsten. Auch deshalb werden am Spielort Belo Horizonte im Bundesstaat Minas Gerais Gratis-Englischkurse für Prostituierte angeboten. „Sie sollen die ausländischen Besucher in ihrer Sprache bedienen können. Wir zählen ungefähr 80.000 Prostituierte in der Stadt, die Mehrheit spricht kein Englisch. Das wollten wir ändern“, sagt Cida Veira, die Vorsitzende der Vereinigung der Prostituierten von Minas Gerais (APROSMIG).

Seit drei Monaten finden kostenlose Kurse in einem lokalen Einkaufszentrum statt, erstmals testen können die Frauen ihre neuen Kenntnisse in zwei Wochen. Während des Confederations Cup vom 15. bis 30. Juni finden drei Spiele in der Industriestadt im brasilianischen Südosten statt. Schon am Sonntag geht bei der Wiedereröffnung des Maracanã in Rio de Janeiro das vorletzte Testspiel der Selecão über die größte Fußballbühne des Landes.

Dass die Begegnung mit England ausgerechnet auf den offiziellen Welthurentag fällt, erheitert Cida Veira, weiß sie doch um die Verbundenheit der beiden schönsten Nebensachen der Welt. „Wenig ist für Brasilianer wichtiger als Fußball und Sex. Und wir wollen, dass auch die ausländischen Besucher hier Spaß haben“, sagt sie.

Neben verschiedenen Begrüßungsformen steht daher vor allem fachspezifisches Vokabular auf dem Lehrplan. Mit einem fröhlichen „Good morning, girls!“ empfängt Kursleiter Igor Fusch dreimal pro Woche seine Schülerinnen. Der 53-Jährige hat 20 Jahre in Australien gelebt und gibt den Unterricht ehrenamtlich. „Wir wollen ihnen vor allem die Kontaktaufnahme erleichtern und einfache, aber hilfreiche Ausdrücke vermitteln“, sagt Fusch.

Raquel und Laura sind zwei von 300 eingeschriebenen Schülerinnen. „Ich mache das für mich, nicht für die Kunden“, sagt Raquel, gibt aber zu, dass sie sich einen deutlichen Gewinn erhofft. Die 25-Jährige empfängt rund 20 Freier am Tag, bereits zur Mittagszeit ist der Andrang in der Rua Guaicurus im Zentrum von Belo Horizonte groß. „Ich bin mir sicher, dass während des Turniers noch mehr los sein wird. Die Touristen sind mir die liebsten Kunden, sie bezahlen, ohne sich über den Preis zu beschweren.“

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  • Ich vermute, dass die meisten Prostituierten viel existentiellere Probleme haben als die Frage, ob sie ihre Freier in Englisch anreden können.
    Hab den Artikel deshalb nicht bis zum Ende gelesen.

  • Die "Garotas de programa" gehören auf jeden Fall zu den Leistungsträgern in Brasilien, was man von der Selecao im Augenblick nicht sagen kann. Schön, wenn es noch eine Alternative gibt, falls es mit dem Fußball mal nicht so gut läuft.

  • Es ist wohl das Schicksal der Frauenemanzipation, dass Frauen sich immer weniger um ihre eigenen Männer und boyfriends kümmern. Dafür wird dann in der Presse die Prostituion gefeiert und kräftig für die Ausbeutung der meist unter Zwang stehenden Prostitierten Vorschub geleistet.
    Die schlecht riechende Aktion, bei der ein fremder Mann von einer fremden Frau bei Kussverbot seine glitschige Körperentspannung bekommt, wird nun auch mit einem "Hurentag" veredelt. Arme, verkommene Journalisten, die glauben, das wäre der Mainstream!

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